Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Retrospektive

Niagara

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An den Niagarafällen lernen Ray und Polly Cutler das Ehepaar Loomis kennen. Rose ist eine attraktive, dem Leben zugewandte Blondine, ihr Mann George ein offenbar depressiver Kriegsveteran mit einem Hang zur Eifersucht. Und dies mit Grund: Tatsächlich plant Rose, ihn von ihrem Geliebten die Fälle hinabstürzen zu lassen … Großartig verbindet der Ehe- und Rache-Thriller die Low-key-Inszenierung expressionistischer Schlagschatten aus einem Film noir mit den strahlenden Schauwerten einer Technicolor-Produktion. Zur Charakterzeichnung der auftretenden Naturgewalten tragen Farbapplikationen schon in den „establishing shots“ bei: Ein Regenbogen über schwarzem Gestein schmückt die Niagarafälle; MM trägt zwischen weißen Laken roten Lippenstift, und sonst erkennbar gar nichts. Während das Naturschöne die „Falls“ ästhetisch nobilitiert, diskreditiert die Schminke die Frau. Schon hier gewährt der Film Einblick in einen moralischen Abgrund, der Kinozuschauer ebenso stark faszinieren soll wie Ray Cutler der Anblick der Niagarafälle: „Schau, so viele Farben, von denen ich noch nie gehört habe!“

USA 1953, 92 Min

von

Henry Hathaway

mit

Marilyn Monroe
Joseph Cotten
Jean Peters