Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Retrospektive

Black Narcissus

Die schwarze Narzisse

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Schwester Clodagh und vier weitere britische Nonnen sollen in einer Himalaya-Ortschaft eine Schule samt Krankenstation einrichten. Körperlich und psychisch überfordert, wird Schwester Clodagh von weltlichen Erinnerungen, Schwester Ruth von erotischen Phantasien heimgesucht. Als der Verwalter Mr. Dean die Liebeskranke abweist, richtet sich deren Zorn gegen Schwester Clodagh … Nahezu vollständig im Studio realisiert, hob sich die Archers-Produktion vom englischen Kinorealismus ebenso krass ab wie von den Farbskalen der Technicolor-„Tyrannei“ (so der Kameramann Jack Cardiff). Wie die kräftigen Primärfarben von Wänden, Böden, Tüchern, Blumen und Bergen geradezu Besitz ergreifen, so affizieren sie als Repräsentanten alles Weltlichen auch die weißgewandeten Nonnen nachgerade physisch. Stark kontrastiert dabei das kühle Blau der Gipfel mit dem Fieberwahn von Schwester Ruth: Auf dessen Zenit ergießt sich monochromes Rot über die Leinwand. „Farbe selbst wurde zur Emotion“, konstatierte Martin Scorsese und rühmte diese „Malerei mit Licht“. Zu ihr ließ sich Cardiff von Vermeers Lichtsetzung und Van Goghs Farben anregen. Wie Setdesigner Alfred Junge konnte er dafür einen Oscar entgegennehmen.

Großbritannien 1947, 101 Min

von

Michael Powell, Emeric Pressburger

mit

Deborah Kerr
Sabu
David Farrar