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Shape Shifting

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Shape Shifting geht von der Annahme aus, dass Kultur auch im Nicht-Menschlichen aufzufinden ist. Der Film unternimmt die Kartografie einer Landschaft, die in vielen Teilen Asiens zu finden ist und in Japan ‚Satoyama‘ genannt wird – der Raum zwischen Dorf und Berg. Satoyama bezeichnet die Verteilung von ‚wild‘ und ‚geformt‘ und kann als Membran verstanden werden, die aus Begegnungen zwischen dem Menschlichen und dem Nicht-Menschlichen entsteht. Die Grundlage der land- und forstwirtschaftlichen Produktivität von Satoyama ist die Steigerung der Biodiversität. Je mehr Austausch zwischen den Spezies besteht und je mehr Zyklen die Materialien durchlaufen, desto stabilere Ökosysteme, aber auch Filme entstehen.
Das Konzept Satoyama beschreibt ein Zusammenspiel von Umwandlungen, die in einer Landschaft ablaufen. Es stellt die symbiotische Beziehung zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Lebensformen heraus und hebelt dadurch das menschliche ökonomische und technologische Handeln als bestimmendes Gestaltungsprinzip aus. Wenn menschliche Aktivität nicht mehr im Vordergrund steht, sondern in Beziehung gesetzt wird mit Aktivitäten nichtmenschlicher Lebewesen, werden die Trennungen von Natur und Kultur, Objekt und Subjekt, Erde und Geschichte austauschbar.
Zwei Fragen waren für uns von besonderer Wichtigkeit: Auf welche Weise sind natürliche Prozesse der materiellen Transformation mit den Produktionsbedingungen verknüpft (die sowohl historisch wie natürlich sind)? Und zweitens: Wie kann man Kultur und Geschichte nichtmenschlicher Akteure wie Tiere und Pflanzen, aber auch generischer Elemente wie Wasser, Feuer, Reisfelder, chemischer Elemente und Elektrizität erkennen? (Elke Marhöfer, Mikhal Lylov)

Deutschland / Japan 2014, 18 Min

von

Elke Marhöfer, Mikhail Lylov