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Cyclops Observes the Celestial Bodies

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In Ken Jacobs jüngstem Film bildet ein Wasserstrahl, der aus einem Springbrunnen schießt und mitten im Flug gestoppt wird, den Ausgangspunkt für eine hypnotische, fieberhafte Untersuchung des dreidimensionalen Sehens im Kino.

„Zyklopisches 3D ist der räumlichste Eindruck, den ein einzelnes Auge zu erzeugen in der Lage ist. Es scheint also bloß so, als gallopiere die himmlische Horde durch den Raum. Tatsächliche visuelle Tiefe bleibt verwehrt – das Gesetz will es so.“ (Ken Jacobs, 2015)

“Hollywood könnte noch viel von Ken Jacobs lernen, dessen mehr als 40 Jahre umspannendes Œuvre provozierender, anspruchsvoller, ja lebensverändernder Erforschungen der verschiedensten Formen von 3D die primitiven, marktschreierischen Versuche der Traumfabrik mühelos in den Schatten stellen. Der 78-jährige Künstler aus New York hat sein Leben der Erkundung sowohl der Mechanik der menschlichen Wahrnehmung als auch der Kinotechnologie gewidmet. Er wandte sich den Ursprüngen des Kinos im 19. Jahrhundert zu und erschuf transzendente Kino-Erfahrungen. Erfahrungen, die dich aus deinem Sitz herausheben und in den Raum des bewegten Bild selbst transportieren. […]
Anstatt sich pflichtbewusst der Darstellung eines realistischeren Raums zu widmen oder, noch schlimmer, 3D als visuellen Trick zu missbrauchen, setzt Jacobs 3D als Teil einer umfassenderen, lebenslangen Untersuchung visueller Wahrnehmung, Erkenntnis und der Materialität des Kinos ein, selbst wenn er sich mit dessen ephemersten Formen befasst.“ (Holly Willis, LA Weekly, 2011)

USA 2014, 15 Min

von

Ken Jacobs