Berlinale: Chronik


65. Internationale Filmfestspiele Berlin
05. - 15. Februar 2015

„Hats off to Dieter Kosslick, the curators have made an incredible selection. It’s been incredibly difficult to decide on the prizes (…) there were so many quality films that it was hard not to award many, many of the films.“

Jury-Präsident Darren Aronofsky bei der Preisverleihung am 14. Februar 2015

Best of Berlinale 2015

Ein rosa Kleid. Ein kleines Mädchen. Sie reckt den Goldenen Bären freudestrahlend in die Höhe. Der Saal applaudiert lautstark, eine Welle der Begeisterung. Unter den überschwänglichen Ovationen des Publikums kommen dem Mädchen langsam die Tränen. Sie ist überwältigt, wischt sich übers Gesicht, fast ein wenig beschämt. Sie läuft zum Rednerpult, ein letztes breites Grinsen, dann versagt ihr die Stimme unter dem Ansturm all der Emotionen.

Ein Drehbuchautor mit allen Freiheiten der Kunst hätte die Szene nicht besser schreiben können, die sich am Samstag, den 14. Februar 2015 gegen 20:30 Uhr auf der Bühne des Berlinale Palastes abspielte. Das kleine Mädchen trägt den Namen Hana Saedi und ist die Nichte des Mannes, der trotz seiner beständigen Abwesenheit einer der präsentesten Filmemacher der Berlinale der letzten Jahre war: Jafar Panahi. Jener iranische Regisseur, der 2013 den Silbernen Bären für das Beste Drehbuch (Pardé | Closed Curtain) gewonnen hatte und dessen Platz in der Internationalen Jury 2011 leer bleiben musste, weil ihn die Regierung seines Landes mit einem Hausarrest und einem Berufsverbot belegt hatte. Beides galt auch noch 2015, doch trotz dieser Versuche, Panahi zum Schweigen zu bringen, hatte es sein Film Taxi nach Berlin geschafft und sorgte für dieses Bild eines kleinen Mädchens, das eine goldene Trophäe in die Luft reckt. Die Wirklichkeit trifft die Träume des Kinos - oder wie der Präsident der Internationalen Jury Darren Aronofsky die Entscheidung begründete: „Panahi created a love letter to cinema. His film is filled with love for his art, his community, his country, and his audience.“

Dieter Kosslick bei der Preisverleihung der Unabhängigen Jurys

Bei all der Schönheit des Augenblicks darf man die Situation, in der diese Preisverleihung stattfand, nicht vergessen. Sie machte den Hauptpreis für einen Filmemacher, der unter den Repressalien eines Regimes, das ihn mundtot sehen will, seit Jahren zu leiden hat, noch einmal ganz besonders und zu einem „wichtigen Signal gegen die Beschränkung der Kunst“ (Andreas Borcholte, Spiegel Online, 14.02.2015): Am 7. Januar 2015 hatten Islamisten die Redaktion der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo in einem Blutbad nahezu ausradiert, am Tag der Bären-Verleihung selbst schoss ein Mann auf ein Café in Kopenhagen, in dem eine Podiumsdiskussion zum Thema „Kunst, Gotteslästerung und Freie Rede“ stattfand. Die Trennung zwischen Kino und der wirklichen Welt war brüchig wie nie. Und so mahnte Festivaldirektor Dieter Kosslick bei der Verleihung der Preise der unabhängigen Jurys am Nachmittag des 14. Februar das Außen, die Realitäten jenseits des Festivaltrubels, nicht zu vergessen: „Mutige, ja zornige Worte findet er bei seiner kurzen Ansprache für den Zusammenhang zwischen dem Planeten Berlinale und dem Rest der Welt. Dafür, dass das Festival nur etwas taugt, wenn das eine mit dem anderen etwas zu tun hat“ (Marie Rövekamp, Tilman Strasser, Der Tagesspiegel, 14.02.2015). Kosslick hatte im November erst sein Engagement bis 2019 verlängert, wirkte befreit und gab schon zur Eröffnung keck das Versprechen, dass er ab jetzt nur noch gute Filme zeige, weil das vertraglich so festgelegt worden sei. Er sollte Recht behalten.

Kompromissloser Sinn für Qualität

Denn 2015 stimmte einfach alles. Kunst küsst Kino küsst Politik. Starke Themen, in noch stärkere Filme gepackt: „Diesmal verblüffte der Wettbewerb mit einem bemerkenswert vielschichtigen, vielstimmigen Programm. Es gab die Auseinandersetzung mit Freiheit, Missbrauch, sexueller Unterdrückung, Ausbeutung – hochpolitisch alles. Aber dennoch lag man als Dauergast nicht irgendwann bleischwer im Kinosessel. Bemerkenswert war die Subtilität in der Umsetzung, das Kunstvolle und mitunter sogar Komische“ (Wenke Husmann, Die Zeit, 15.02.2015).

Strahlende Gewinner: Charlotte Rampling und Tom Courtenay

Kein Wunder, dass sich die Internationale Jury schwertat, unter den vielen hochklassigen Filmen die Gewinner zu küren, was zwei Ex-aequo-Entscheidungen zur Folge hatte: Radu Jude (Aferim!) und Małgorzata Szumowska (Body) bekamen jeweils einen Silbernen Bären für die Beste Regie, Evgeniy Privin und Sergey Mikhalchuk (Pod electricheskimi oblakami | Under Electric Clouds) sowie Sturla Brandth Grøvlen jeweils einen Silbernen Bären für ihre herausragende Kamera. Brandth Grøvlen zeichnete verantwortlich für den deutschen Beitrag Victoria von Sebastian Schipper, eine 140-Minuten-Tour-de-Force durch das nächtliche Berlin, die in nur einer einzigen Plansequenz komponiert worden war. Südamerika heimste den Silbernen Bären Großer Preis der Jury (El Club | The Club von Pablo Larraín) und den Silbernen Bären Alfred-Bauer-Preis ein (Ixcanul | Ixcanul Volcano von Jayro Bustamante). Der Preis für das Beste Drehbuch ging an Patricio Guzmán für sein Dokumentarfilm-Essay El botón de nácar (Der Perlmuttknopf). Mit unverhohlenem Blick brachten diese Filme verdrängte Traumata und Konflikte ihrer Gesellschaften auf die Leinwand oder – wie Andrew Haigh mit 45 Years – das Unausgesprochene, Uneingestandene in der Mikrostruktur Ehe, welche plötzlich von der Vergangenheit überwältigt wird. Seine beiden Hauptdarsteller Charlotte Rampling und Tom Courtenay brillierten in diesem Drama so sehr, dass beide mit dem Silbernen Bären für ihre darstellerische Leistung ausgezeichnet wurden. Die Kritik war begeistert über diese fantastische Auswahl an Filmen, „die den Uralt-Nimbus der Berlinale als politisch relevantes Festival bestätigen – und zugleich nicht nur thematisch gut gemeint, sondern auch durchweg ästhetisch stark sind. Gleichzeitig nicht ein einziges Wackeln bei der Wahl der Gewinnerfilme, keinerlei Fehlentscheidung, sondern kompromissloser Sinn für Qualität“ (Jan Schulz-Ojala, Der Tagesspiegel, 16.02.2015).

DIe Internationale Jury auf dem Roten Teppich: Darren Aronofsky, Claudia Llosa, Martha De Laurentiis, Festivaldirektor Dieter Kosslick und Bong Joon-ho

Ein Sonderlob von allen Seiten erhielt die Internationale Jury. Zum Präsidenten Darren Aronofsky gesellten sich Daniel Brühl, Bong Joon-ho, Martha De Laurentiis, Claudia Llosa, Audrey Tautou und der Mad-Men-Erfinder Matthew Weiner. Am Abschlussabend wollten die Akteure nicht einzeln auf die Bühne geholt werden, weil man ja alle Entscheidungen gemeinsam getroffen habe. Sympathisch, kompetent, glaubwürdig; der Rolling Stone sprach von der „ersten Jury, mit der man gerne ein Bier trinken würde“ (Hannah Bahl, Rolling Stone, 06.02.2015).

Berlinale in Serie

Keinen Bären gab es für das US-amerikanische Kino, das 2015 in fast allen Sektionen eher schwach vertreten war. Die Schwierigkeiten schienen systemisch, wie Darren Aronofsky in einem Interview mit Dieter Kosslick zwei Wochen vor Festivalbeginn erklärte: In einem Umfeld, in dem in Hollywood mehr und mehr Pre-, Sequels und Reboots von fantasievoll kostümierten Superheldenfiguren produziert werden, wenden sich die Filmemacher alternativen Möglichkeiten des Erzählens zu – und einer ganz besonders: den seriellen Formaten, die schon seit Jahren einen ungeheuren Aufschwung erlebt hatten, zunächst im Fernsehen, später im Internet. Die Berlinale verstärkte noch einmal ihr Bemühen um das Serial und zeigte im Rahmen der neu eingerichteten Reihe Berlinale Special Series sieben neue Produktionen als Kinopremieren. Von ambitionierten deutschen Werken wie Blochin und Deutschland 83 bis hin zum „Altmeister“ Vince Gilligan, der mit dem Breaking-Bad-Spin-Off Better Call Saul vertreten war. Der European Film Market beging den Drama Series Day und auch der Berlinale Co-Production Market widmete sich dem Thema. Generation zeigte die ersten fünf Folgen der dänischen Produktion Heartless. Der immense Erfolg der Serien hängt mit Sicherheit auch mit den neuen Vertriebswegen zusammen, sprich der Distribution über das Internet. Um auf diesen Trend zu reagieren, initiierte der World Cinema Fund 2015 ein eigenes Video-on-Demand-Portal, auf dem ausgesuchte geförderte Projekte einem (möglichst) weltweiten Publikum angeboten werden.

Natalie Portman

Es gab den Hollywood-Glanz der Stars, aber er machte nur einen Teil der eigentlichen Qualität des Festivals aus, er war nicht wesentlich. Dieter Kosslick ordnete die 65. Berlinale klar ein und erinnerte an den im letzten Jahr mit der Berlinale Kamera ausgezeichneten Produzenten Karl Baumgartner, der kurz nach dem Festival 2014 verstorben war: „Speaking to Screen as the festival enters its final days, Kosslick recalled that ‚many of the films shown this year reflect his philosophy: ‚Baumi‘ was the pioneer of those so-called ‚little‘ films which make a really big impression, and he was a great inspiration for so many film-makers through his co-productions“ (Martin Blaney, Screen Daily, 12.02.2015). Aber natürlich schwollen die Datenmengen bedrohlich an, als Natalie Portman und Christian Bale zur Premiere von Terence Malicks Knight of Cups kamen oder Cate Blanchett und Lily James über den Roten Teppich für Cinderella liefen, den Kenneth Branagh neu verfilmt hatte. Das „Celebrity+Ich“-Selfie löste das klassische Autogramm als Leitmedium der Fans endgültig ab. Die Berlinale richtete ein Social Hub ein, eine kuratierte Website, die die besten Posts nicht nur des Publikums versammelte. Denn auch die Stars selbst knipsten wie wild auf ihrem Weg in die Premierenkinos. Die Blickachsen spannten sich kaleidoskopisch in Beobachtungen zweiter, dritter und vierter Ordnung auf.

Geschichten aus dem Archiv

Die 65. Berlinale glänzte, in Einzelfilmen, in all ihrer thematischen und ästhetischen Breite, aber auch in roten Fäden, die quer durch die Werke der Sektionen liefen. Die neue, herausragende Bedeutung des Archivs im digitalen Zeitalter fiel ins Auge. Eine Fülle von Filmen in Panorama, Forum und Forum Expanded arbeitete mit Originalmaterial, bis hin zu Une Jeunesse Allemande (Eine Deutsche Jugend) des Franzosen Jean-Gabriel Périot, der den Weg der RAF-Köpfe bis nach Stammheim nur mit Hilfe von Archivaufnahmen erzählte. Und auch hier drängte das Thema der Geschichtsschreibung in den Vordergrund, das Verdrängte wurde aufgegriffen, präsent gemacht. Historische Aufnahmen sahen sich in einer Vielzahl von Facetten konfrontiert mit den Bildern von heute, sei es im Kontext der großen GESCHICHTE wie in Ce gigantesque retournement de la terre (This Gigantic Furrowing of the Ground) von Claire Angelini, die sich im Forum mit dem Kriegsschauplatz Normandie auseinandersetzte, oder als individuell-persönliche Geschichte wie in Sag mir Mnemosyne, in dem sich die Filmemacherin Lisa Sperling in der Perspektive Deutsches Kino auf eine Reise zu den Orten begibt, an denen ihr Onkel als Kameramann vor Jahrzehnten gearbeitet hat.

Regisseurin Lisa Sperling mit ihrem Team

„Orte“ waren 2015 das beherrschende Thema der Perspektive Deutsche Kino, das sich schon an den Titeln der gezeigten Werke ablesen lies: Der Bunker, Ein idealer Ort, Freiräume... Sektionsleiterin Linda Söffker sah eine junge Generation am Werk, die sich langsam aus den starren und komplizierten deutschen Förderstrukturen zu lösen beginnt und mutig auf eigene Rechnung filmt. „Jenseits des Systems“ hätte die Überschrift lauten können – die Demonstrationen von Studenten der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, die ja inmitten des Festivalzentrums im Filmhaus beheimatet ist, gegen die Neubesetzung des Direktorenpostens durch die Politik wirkte wie ein Echo auf die Werke der Regisseure in der Perspektive 2015, die sich ihren Weg abseits des langen Marsches durch die Institutionen suchten.

Panorama-Kurator Wieland Speck gab sich im Vorfeld des Festivals kämpferisch wie nie und setzte das Thema Missbrauch ganz oben auf die Agenda seiner Filmauswahl. Auch er propagierte das Kino als politisches Instrument, das sich den Gegebenheiten der äußeren Welt in aller Offenheit stellen müsse und nicht in sich selbst versinke dürfe. Mit Danielův Svět (Daniel’s World) von Veronika Lišková zeigte er einen Dokumentarfilm über einen pädophilen Mann, den „Tabusprenger überhaupt“, wie er betonte. Und die Tabus müssten dringend aufgelöst werden, sein Programm 2015 könne einen wichtigen Beitrag leisten. Damit stellte er sich auch in die Tradition eines bestimmten Verständnisses von Kino, aus der auch jene stammen, die 2015 mit der Berlinale Kamera geehrt wurden. Naum Kleiman, der ehemalige Leiter des Moskauer Eisenstein-Archivs, versteht die Kinematographie explizit als Waffe im Kampf für eine bessere, offenere Gesellschaft. Eindrucksvoll zu sehen war das in Tatiana Brandrups filmischer Hommage Cinema: A Public Affair, die im Anschluss an die Preisverleihung gezeigt wurde. Marcel Ophüls wurde als „einer der bedeutendsten Filmemacher, Chronisten und Aufklärer der Gegenwart ausgezeichnet“, zur Ehrung wurde sein Monumentalwerk The Memory of Justice (Nicht schuldig?) über die Nürnberger Prozesse und ihre Folgen als Berlinale Special gezeigt.

2015 ausgezeichnet mit der Berlinale Kamera: Marcel Ophüls und Naum Kleiman

The Memory of Justice wurde in einer restaurierten Fassung gezeigt und war so Teil der Bestrebungen der Berlinale, das Filmerbe in die digitale Zeit zu retten. Die Berlinale Classics boten einen Streifzug durch die Filmgeschichte anhand frischer Kopien: von E. A. Duponts Varieté von 1925 bis zu Ian Flemings Goldfinger (James Bond 007 – Goldfinger) von 1964. Die Retrospektive bot ein Farbspektakel ganz besonderer Art, das sich allein im Dunkel des Kinosaals zur vollen Pracht entfaltet: Gezeigt wurde eine Auswahl von Filmen, die im Technicolor-Verfahren entstanden sind, jenes Farbfilmsystems, das Hollywood ab Mitte der 1930 Jahre jenen Schein des Übernatürlich-Glamourösen bescherte, von dem noch heute die Legenden erzählen. Und mit dem sich auch Wim Wenders, der 2015 mit dem Goldenen Ehrenbären ausgezeichnet wurde und dem die Hommage gewidmet war, in seinen Werken auseinandergesetzt hatte. So war es nicht verwunderlich, dass zur Übergabe der Ehrenauszeichnung Der amerikanische Freund gezeigt wurde.

Drei Jubiläen: Forum Expanded, Berlinale Shorts und Kulinarisches Kino

Das Forum Expanded feierte sein zehnjähriges Jubiläum und Sektionsleiterin Stefanie Schulte Strathaus blickte verblüfft auf den medialen Wandel in dieser Dekade zurück – mit einem gewissen Stolz auf die eigene, kontinuierliche Arbeit, die das kuratorische Ziel der Sektion erreicht hatte: die Grenzen zwischen Bildender Kunst, Performance, Installation und Kino aufzulösen. Glücklich war sie, wie der Sektionsleiter des Forums Christoph Terhechte, in die Akademie der Künste am Hanseatenweg nach 14-jähriger Absenz zurückkehren und die ganze Bandbreite der Zwillingssektion – Screenings, Ausstellungen, Panels – unter einem Dach versammeln und so die unterschiedlichen Elemente besser verzahnen zu können.

Die Leiterin des Forum Expanded Stefanie Schulte Strathaus und Dieter Kosslick

Zwei weitere Jubiläen gab es zu feiern: Der Kurzfilm bei der Berlinale wurde 60. Berlinale-Shorts-Kuratorin Maike Mia Höhne gab lakonisch einen Überblick über die letzten sechs Dekaden: „Also, in den 60ern sind es auffällig viele Dokumentarfilme, dann kommen die Osteuropäer dazu mit unglaublich vielen Animationen, dann kommen die berühmten 90er mit dem erzählten Witz. Und dann kommen diese 2000er, wo's wirklich eine Fiktion nach der nächsten ist, und eine stärker als die andere ist, will ich fast sagen, also jede für sich“ (Interview mit Deutschlandradio Kultur, 09.02.2015). Und auch das Kulinarische Kino beging bereits das zehnte Jahr und zeichnete mit Alice Waters und Carlo Petrini gleich zwei der geistigen Eltern der Reihe mit einer Berlinale Kamera aus.

Personelle Neuerungen gab es zwei: Mattijs Wouter Knoul wechselte von den Berlinale Talents zum European Film Market und übernahm den Direktorenposten von Beki Probst, die zur EFM-Präsidentin aufrückte. Den vakanten Posten als Programmleiter der Berlinale Talents übernahm Florian Weghorn und setzte die Arbeit seines Vorgängers unter dem Motto „2015: A Space Discovery“ erfolgreich fort.

Wie in den letzten Jahren auch waren die Kinos vollbesetzt, bis zum Berlinale Publikumstag. Das prägnanteste und prägendste Bild der Berlinale 2015 war zu diesem Zeitpunkt schon in allen Zeitungen zu sehen: Es zeigte ein kleines Mädchen, überwältigt von all der Emotion des Augenblicks und in Vertretung ihres Onkels Jafar Panahi, dessen Stimme trotz der Gewalt des iranischen Regimes lautstark zu hören war. Damit zeigte er auf, was das Kino im besten Falle zu leisten imstande ist. Wie Anke Sterneborg in der Süddeutschen schrieb: „Ein vitaler und befreiender Akt des Widerstands“ (07.02.2015). Und das galt – mit Blick auf den tagespolitischen Kontext – vielleicht für das ganze Festival 2015.

Besucher  
Kinobesuche 505.771
Verkaufte Eintrittskarten 335.979
   
Fachbesucher  
Akkreditierte Fachbesucher (ohne Presse) 16.572
Herkunftsländer 128
   
Presse  
Pressevertreter 3.760
Herkunftsländer 82
   
Screenings  
Anzahl Filme im öffentlichen Programm 405
Anzahl Vorführungen 1.060
   
European Film Market  
Fachbesucher 8.628
Anzahl Filme 748
Anzahl Screenings 1.014
Stände auf dem EFM
(Martin-Gropius-Bau & Business Offices)
179
Anzahl Aussteller 489
   
Berlinale Co-Production Market  
Teilnehmer 525
Herkunftsländer 52
   
Berlinale Talents  
Teilnehmer 300
Herkunftsländer 75
   
Jahresbudget € 22 Mio.
Die Internationalen Filmfestspiele Berlin erhalten eine institutionelle Förderung in Höhe von € 6,5 Mio. von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.