Berlinale: Berlinale Themen


Berlinale Residency 2013 / 2014

Das Berlinale-Residency-Programm unterstützte internationale Autorenfilmer*innen, die bereits erste Erfolge auf Festivals und im Kino feiern konnten, bei der Entwicklung ihrer neuen Filmprojekte (Spielfilm, Dokumentarfilm oder Crossmedia). Nur Langfilmprojekte, an denen bereits offiziell ein/e Produzent*in beteiligt war, konnten eingereicht werden.

Die Berlinale Residency bot den Teilnehmenden eine inspirierende Arbeitsatmosphäre, monatliche Meetings mit renommierten Drehbuchberater*innen und Treffen mit anderen Filmschaffenden. Während eines Workshops gegen Ende der Residency erhielten die Produzent*innen zudem konkretes Feedback von erfahrenen Branchenexpert*innen und Unterstützung bei der Vorbereitung der Projekte für den internationalen Markt. Im Februar kehrten die Filmemacher*innen nach Berlin zurück, um gemeinsam mit ihren Produzent*innen beim Berlinale Co-Production Market ihre Projekte potentiellen Koproduzent*innen und Finanziers vorzustellen.

2013 / 2014 gab die Berlinale Residency sechs Filmemacher*innen die Chance, das Potential ihrer Projekte maximal auszuschöpfen, ohne dabei den kreativen Kern der Geschichte zu verwässern. Die Regisseur*innen erhielten ein monatliches Stipendium von je 1.500 Euro, das es ihnen ermöglichte, für die Dauer des dreimonatigen Programms in Berlin zu leben und zu arbeiten.

Teilnehmer*innen und Projekte 2013 / 2014

Eine internationale Jury – Clare Binns (Director of Programming and Acquisitions City Screen, Großbritannien), der Produzent Cedomir Kolar (Asap Film, Frankreich) und Thomas Hailer (Berlinale-Kurator, Deutschland) - hat 2013 eine Regisseurin und fünf Regisseure mit ihren Projekten ausgewählt:

Emir Baigazin, Kasachstan: The Wounded Angel

Produzent*innen: Beibit Muslimov und Anna Wilhelmi, Kazakhfilm Studios, Kasachstan; Augenschein Filmproduktion, Deutschland; Capricci Films, Frankreich.

Der 1984 in Kasachstan geborene Emir Baigazin studierte Film- und Fernsehregie an der Kazakh National Academy of Arts. 2007 nahm er an der Asian Film Academy in Pusan teil, 2008 wurde er zum Berlinale Talent Campus eingeladen. Der World Cinema Fund förderte seinen ersten Spielfilm Harmony Lessons, der seine Weltpremiere im Berlinale Wettbewerb 2013 feierte und mit dem Silbernen Bären für eine Herausragende Künstlerische Leistung ausgezeichnet wurde. Der Film gilt als außergewöhnliche Entdeckung und wird nun auf weiteren internationalen Festivals präsentiert. The Wounded Angel wurde in der Berlinale Residency entwickelt und feierte seine Premiere im Berlinale Panorama 2016.

Bence Fliegauf, Ungarn: House of Isaura

Produzent: Bence Fliegauf und Ernő Mesterházy, Fraktál Film, Ungarn

Der erste Spielfilm des ungarischen Filmemachers Bence Fliegauf, Forest, feierte seine Premiere 2003 im Forum der Berlinale. Ein Jahr später brachte ihm Dealer über 20 Auszeichnungen ein, darunter den FIPRESCI-Preis beim Mar del Plata Film Festival. 2007 gewann er mit Milky Way den Goldenen Leoparden in Locarno. Sein erster englischsprachiger Film, Womb, wurde in Locarno und in Toronto gezeigt. Der Berlinale Wettbewerb 2012 präsentierte Fliegaufs jüngsten Film Just the Wind, für den er den Großen Preis der Jury erhielt und der danach auf vielen weiteren Filmfestivals präsentiert wurde.

Alistair Banks Griffin, USA: Oyster (Arbeitstitel)

Produzent: Eric Overmyer, USA

Alistair Banks Griffin wurde 1978 in England geboren, ist in New Orleans aufgewachsen und studierte an der Rhode Island School of Design. Sein Kurzfilm Gauge (2008) wurde auf dem New York Film Festival uraufgeführt. 2009 erhielt er ein Cinereach Stipendium für seinen ersten Spielfilm Two Gates of Sleep, der 2010 in Cannes seine Premiere feierte und mit dem New Talent Grand PIX Award auf dem CPH:PIX Festival in Kopenhagen geehrt wurde. Der Film wurde auf zahlreichen internationalen Festivals und in Museen gezeigt.

Sebastián Lelio, Chile: A Fantastic Woman

Produzent: Juan de Dios Larraín, Fábula, Chile; Komplizenfilm, Deutschland; Participant Media, USA.

Der 1974 in Chile geborene Sebastián Lelio absolvierte sein Studium an der Escuela de Cine de Chile. 2006 stellte er seinen ersten Film La Sagrada Familia fertig, der viele Preise und internationale Aufmerksamkeit erhielt. Sein zweiter Film Navidad feierte 2009 in Cannes Premiere. El Año del Tigre, sein dritter Spielfilm, nahm 2011 am internationalen Wettbewerb in Locarno teil. Sein jüngster Film Gloria wurde als Weltpremiere im Wettbewerb der Berlinale 2013 gezeigt, wo er bei Publikum und Kritik gleichermaßen erfolgreich war und den Silbernen Bären für die Beste Darstellerin gewann. A Fantastic Woman wurde in der Berlinale Residency entwickelt und feierte seine Premiere im Berlinale Wettbewerb 2017. Dort wurde er mit dem Silbernen Bären für das Beste Drehbuch ausgezeichnet. Der Film gewann 2018 zudem den Oscar als Bester fremdsprachiger Film.

Elina Psykou, Griechenland: Son of Sofia

Produzenten: Giorgos Karnavas, Heretic, Griechenland; Kinoelektron, Frankreich.

1977 geboren, studierte Elina Psykou in Athen Filmregie an der Lykourgos Stavrakos Film School und Soziologie an der Panteion Universität. Danach studierte sie Kulturgeschichte an der École des hautes études en sciences sociales in Paris. 2007 nahm sie am Berlinale Talent Campus teil. Sie schrieb das Drehbuch und führte Regie bei zwei Kurzfilmen: Sunday Trip (2004) und Summer Holidays (2006). Psykous erster Spielfilm The Eternal Return of Antonis Paraskevas, wurde mit dem Preis für Best Work in Progress beim Karlovy Vary International Film Festival ausgezeichnet und feierte 2013 seine Weltpremiere im Berlinale Forum. Son of Sofia wurde in der Berlinale Residency entwickelt und feierte seine Premiere 2017 beim Tribeca Film Festival, wo er den Best International Narrative Feature Award gewann.

José Luis Valle, Mexiko: Operation Baby

Produzent: José Luis Valle, Caverna Cine, Mexiko

Der in El Salvador geborene José Luis Valle wurde mexikanischer Staatsbürger und studierte in Mexiko Literatur und Film. Sein Kurzfilm Chimera gewann die Kodak Film School Competition und erhielt eine Lobende Erwähnung beim Guadalajara International Film Festival 2006. In Locarno präsentierte er 2009 seine Dokumentation The Pope's Miracle. Valles erster Spielfilm Workers wurde vom World Cinema Fund gefördert und feierte 2013 im Berlinale Panorama Premiere. Beim 28. Guadalajara International Film Festival wurde Workers mit dem Preis für den Besten Mexikanischen Spielfilm ausgezeichnet.

Die Berlinale Residency war eine Initiative der Internationalen Filmfestspiele Berlin, gefördert durch Medienboard Berlin-Brandenburg und Auswärtiges Amt.