Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Retrospektive

Faust. Eine deutsche Volkssage

Faust

## ##
Um Pestkranke heilen zu können, geht Faust für einen Tag einen Pakt mit dem Teufel ein. Als Mephisto den Gelehrten jedoch auch verjüngt und an den Hof von Parma führt, wo Faust die Fürstin verführt, vergisst dieser die gesetzte Frist. Für immer an Mephisto gebunden, verführt er auch Gretchen und schwängert sie. Mephistos Mord an ihrem Bruder zwingt Faust zur Flucht. Erst nachdem das Neugeborene erfroren ist und die Mutter als vermeintliche Kindsmörderin auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden soll, kehrt er zu ihr zurück … „Aufgetan sind die Pforten der Finsternis …“: Vom ersten Auftauchen der apokalyptischen Reiter bis zum Züngeln des Scheiterhaufens, wie auch im Konflikt des weißen Erzengels mit dem dunklen Mephisto im Vorspiel, ist in Faust alles auf das Spiel von Licht und Schatten abgestellt. Mit optischen Spezialeffekten, malerischer Lichtsetzung und atmosphärischen Überblendungen erschuf der Kameramann Carl Hoffmann eine Atelierwelt, in der auf der Film-Bühne wesentliche Aspekte der „conditio humana“ ausgebreitet sind: „Schwarzweiß, Licht und Schatten, die Kontraste unserer Welt mit ihrer Dualität, bilden die Pole, zwischen denen die Konflikte ausgetragen werden.“ (Helma Sanders-Brahms, 2003)

Deutschland (bis 1945) 1926, 108 Min

von

Friedrich Wilhelm Murnau

mit

Gösta Ekman
Emil Jannings
Camilla Horn