Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Retrospektive

Sebastiane

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Im Mittelpunkt von Jarmans erstem Spielfilm, den er 1976 zusammen mit dem Cutter und Produzenten Paul Humfress realisierte, steht der Heilige Sebastian. Erzählt wird die Geschichte des Gardisten Sebastiane, der an einen isolierten Außenposten des Reichs verbannt wird. Dort vertreiben sich die Soldaten in brütender Hitze die Zeit mit Schwertübungen, Schwimmen und erotischen Spielen. In der aufgeheizten Situation gerät Sebastiane in Konflikt mit dem sadistischen Hauptmann Severus, der heimlich in ihn verliebt ist. Weil Sebastiane sich zum Christentum bekennt, wird er von seinen Kameraden mit Pfeilen getötet. Die Dialoge in lateinischer Sprache sind untertitelt.
Der Heilige Sebastian, ein nackter Jüngling, gefesselt, den Blicken der Öffentlichkeit ausgesetzt, von Pfeilen durchbohrt - kaum ein Motiv der christlichen Mythologie hat die Maler und Schriftsteller bis heute so sehr zur Auseinandersetzung mit dem männlichen Körper inspiriert wie diese Märtyrerszene. Jarman interpretiert den Heiligen nicht nur in der Tradition der Renaissancekünstler, sondern auch als moderne schwule Ikone. Gezeigt wird die neu gemischte 2K-Digitalversion des Originalnegativs aus dem BFI National Archive.

Großbritannien 1976, 85 Min

von

Derek Jarman, Paul Humfress

mit

Leonardo Treviglio
Barney James
Neil Kennedy