Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Generation

Il Sud è Niente

South Is Nothing

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In einer maroden Küstenstadt Süditaliens lebt Grazia alleine mit ihrem Vater, in dessen kleinem Fischgeschäft sie aushelfen muss. Ihr Dasein ist von Perspektivlosigkeit geprägt, doch hinter ihrer verschlossenen Miene verbirgt sich eine große Sehnsucht nach ihrem verschwundenen Bruder Pietro. Als Grazia im Meer in die Tiefe taucht, begegnet sie ihm dort wie in einem Traum. Unter den Leuten heißt es, er sei tot. Nachfragen lässt ihr Vater nicht zu. Grazia sucht verzweifelt nach einer anderen Wahrheit. Dem Vater entgeht, dass er im Begriff ist, durch sein Schweigen auch noch seine Tochter zu verlieren. In einer Nacht tanzt Grazia mit einem Jungen auf einem schäbigen, verlassenen Rummelplatz. Erst zögerlich und spröde, dann lässt sie sich mit einem Mal gehen. Ein seltener Moment der Freiheit an einem Ort, in dem alles nach Aufbruch verlangt. Vielleicht hinauf in den Norden, vielleicht hinaus aufs Meer. In seinem wortkargen, realistisch erzählten Debütfilm schildert Fabio Mollo nicht nur eine Familientragödie. Er zeichnet auch ein kritisches Bild einer Gesellschaft, in der es zur Tradition gehört, Leid zu erdulden und über die Ursachen zu schweigen.

Italien / Frankreich 2013, 90 Min

von

Fabio Mollo

mit

Vinicio Marchioni
Miriam Karlkvist
Valentina Lodovini
Andrea Bellisario

Weltvertrieb

Doc & Film International