Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Retrospektive

The Docks of New York

Die Docks von New York

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Beim Landgang in New York rettet der Schiffsheizer Bill eine Lebensmüde aus dem nächtlichen Hafenbecken. Er bringt die junge Frau in eine nahegelegene Kaschemme, stiehlt für sie aus dem Pfandhaus einige Kleider und verbringt mit Mae in der Kneipe eine ausgelassene Nacht, in deren Verlauf sich die beiden von einem Prediger sogar „trauen“ lassen. Mae ist es damit ernst. Bill aber kehrt am Morgen zurück auf das auslaufbereite Schiff … Der dunkle Hüne und das strahlende „Girl“: In The Docks of NewYork weist die Liebe einer Lichtgestalt dem kohlrabenschwarzen Helden einen Weg aus dem Schattenreich seines Kesselraums in immer helleres Licht. Für seine malerischen Chiaroscuro-Effekte gerühmt, schildert Josef von Sternbergs Film diesen Aufbruch aus dem Dunkel als eine Odyssee durch graue (auch moralisch diffuse) Schlieren aus Nebel und Rauch. Dabei zeichnen sich Menschen und Gegenstände häufig nur als vage Silhouetten ab, gemäß Sternbergs Maxime, dass es „die größte Kunst der Filmphotographie“ sei, „den toten Raum zwischen Objektiv und Gegenstand mit Leben zu erfüllen. Rauch, Regen, Nebel, Staub und Dampf können diese Leere emotionalisieren“.

USA 1928, 80 Min

von

Josef von Sternberg

mit

George Bancroft
Betty Compson
Olga Baclanova
Clyde Cook