Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Retrospektive

Citizen Kane

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Nach dem Tod des Zeitungsmagnaten Charles Foster Kane führt ein junger Wochenschaureporter Gespräche mit dessen Witwe und mit ehemaligen Weggefährten, um das Geheimnis seines letzten Wortes auf dem Sterbebett – „Rosebud““ – zu ergründen … Zu den visuellen Extravaganzen des Kameramannes Gregg Toland, die Orson Welles’ Regiedebüt zum Meisterwerk machten, gehörten unter anderem Tiefenschärfe, Weitwinkelaufnahmen, extreme Auf- und Untersichten, starkes Gegenlicht bis zur Unkenntlichkeit der Personen bei gleichzeitigem Verzicht auf Deckenscheinwerfer, ferner eine vom Theater übernommene Auf- und Abblendtechnik an entscheidenden Stellen des Sets, die eine „elektrische“ Überblendung zwischen den Szenen ermöglichte. Dieser Hell-Dunkel-Wechsel ist für Citizen Kane bestimmend: Das letzte Wort des Sterbenden – den die Exposition als Gefangenen einer schwarzen Schattenwelt charakterisiert, indem sie sein prachtvolles Domizil „Xanadu“ mit den visuellen Mitteln des Horrorfilms als „Spukschloss“ ausstaffiert – und dessen Sehnsucht nach der weißen Schneelandschaft seiner Kindheit, die darin zum Ausdruck kommt, lässt sich auch verstehen als ein Ausdruck des Verlangens nach: „Mehr Licht!“

USA 1941, 119 Min

von

Orson Welles

mit

Orson Welles
Joseph Cotten
Dorothy Comingore