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Nagima

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Es ist der Sommer, in dem Nagima 18 Jahre alt ist. Sie lebt mit der schwangeren Anya in einer ärmlichen Hütte am Stadtrand von Almaty. Die beiden sind Schwestern, nicht wirklich, aber sie tun so. Früher, im Waisenhaus, hatten sie sonst auch niemanden. Als Nagima mit einer Plastiktüte voller Essensreste, die sie in der Restaurantküche von den Tellern klaut, nach Hause kommt, schaut Anya Fernsehen, eine grell-bunte Realityshow über Menschen, die in einer anderen Welt leben. Anya stirbt bei der Geburt, ihr Baby kommt ins Waisenhaus. Schockiert und wütend und nunmehr ganz allein auf der Welt entschließt sich Nagima einzufordern, was ihr bisher immer vorenthalten wurde: Liebe. Mit jugendlichem Starrsinn verlangt sie ihr gutes Recht – doch es wird ihr verwehrt. Einmal, zweimal, zu oft. Nagima will Anyas Baby dieses Schicksal ersparen. In dem wortkargen, bildstarken Film, der auf jeden Schmuck verzichtet, erzählt Zhanna Issabayeva vom Leben einer jungen Frau im postsozialistischen Kasachstan. Gewiss, die Sonne vergoldet manchmal die weite Steppenlandschaft, aber sie scheint nur für die Menschen im Fernsehen. Am Stadtrand von Almaty beleuchten die Straßenlaternen eine große Einsamkeit.

Kasachstan 2013, 80 Min

von

Zhanna Issabayeva

mit

Dina Tukubayeva
Galina Pyanova
Marya Nezhentseva