Berlinale: Berlinale Themen


Berlinale Residency 2012 / 2013

Das Berlinale-Residency-Programm unterstützte internationale Autorenfilmer*innen, die bereits erste Erfolge auf Festivals und im Kino feiern konnten, bei der Entwicklung ihrer neuen Filmprojekte (Spielfilm, Dokumentarfilm oder Crossmedia). Nur Langfilmprojekte, an denen bereits offiziell ein/e Produzent*in beteiligt war, konnten eingereicht werden.

Die Berlinale Residency bot den Teilnehmenden eine inspirierende Arbeitsatmosphäre, monatliche Meetings mit renommierten Drehbuchberater*innen und Treffen mit anderen Filmschaffenden. Während eines Workshops gegen Ende der Residency erhielten die Produzent*innen zudem konkretes Feedback von erfahrenen Branchenexpert*innen und Unterstützung bei der Vorbereitung der Projekte für den internationalen Markt. Im Februar kehrten die Filmemacher*innen nach Berlin zurück, um gemeinsam mit ihren Produzent*innen beim Berlinale Co-Production Market ihre Projekte potentiellen Koproduzent*innen und Finanziers vorzustellen.

2012 / 2013 gab die Berlinale Residency sechs Filmemacher*innen die Chance, das Potential ihrer Projekte maximal auszuschöpfen, ohne dabei den kreativen Kern der Geschichte zu verwässern. Die Regisseur*innen erhielten ein monatliches Stipendium von je 1.500 Euro, das es ihnen ermöglichte, für die Dauer des dreimonatigen Programms in Berlin zu leben und zu arbeiten.

Teilnehmer*innen und Projekte 2012 / 2013

Eine internationale Jury – Bruno Bettati (Produzent Jirafa Films und Festivalleiter Valdivia, Chile), Thomas Hailer (Berlinale-Kurator, Deutschland), Simon Ofenloch (Redakteur ZDF/Arte, Deutschland), Michael Werner (Chairman Fortissimo Films, Hongkong) und Vibeke Windeløv (Produzentin Windeløv/Lassen, Dänemark) – hat 2012 zwei Regisseurinnen und vier Regisseure mit ihren Projekten für die erste Berlinale Residency ausgewählt:

Matías Bize, Chile: The Memory of Water

Drehbuch: Matías Bize und Julio Rojas
Produzenten: Adrian Solar (Ceneca Producciones, Chile) und Nicole Gerhards (NiKo Film, Deutschland)

Matías Bize ist Absolvent der Filmhochschule Escuela de Cine de Chile. Im Alter von 23 Jahren drehte er seinen Debütfilm Sábado: Das Hochzeitstape (2003), der an zahlreichen internationalen Festivals teilnahm und diverse Preise gewann. Im Jahr 2005 feierte Im Bett - En la cama Premiere auf dem Internationalen Filmfestival Locarno. Lo bueno de llorar (2007) wurde ebenfalls in Locarno uraufgeführt. Zuletzt führte Bize Regie bei La vida de los peces, der 2010 beim Internationalen Filmfestival Venedig gezeigt wurde. Der Film gewann später den Goya für den besten lateinamerikanischen Film. The Memory of Water wurde in der Berlinale Residency entwickelt und feierte seine Premiere bei den Venice Days 2015.

Rebecca Daly, Irland: Mammal

Drehbuch: Rebecca Daly und Glenn Montgomery
Produzent: Macdara Kelleher (Fastnet Films, Irland); Les Films Fauves, Luxemburg; Rinkel Film, Niederlande

Im Anschluss an einen Bachelor in Englischer Literatur und einen Master in Film, drehte Rebecca Daly 2006 mit Joyriders ihren ersten Kurzfilm. Joyriders gewann den Irischen Filmpreis, bespielte zahlreiche internationale Festivals und wurde dort mehrfach ausgezeichnet. Ihr Kurzfilm Hum wurde im Rahmen des Berlinale Talent Campus als einer der Finalisten des Berlin Today Award 2010 produziert. Dalys erster Langfilm, The Other Side of Sleep, feierte 2011 in Cannes in der Sektion Directors’ Fortnight seine Premiere und gehörte außerdem zur offiziellen Auswahl des Internationalen Filmfestivals Toronto. Mammal wurde in der Berlinale Residency entwickelt und feierte seine Premiere 2016 in der World Cinema Dramatic Competition von Sundance.

Samuel Maoz, Israel: Foxtrot

Drehbuch: Samuel Maoz
Produzent: Michael Weber (Pola Pandora, Deutschland)

Nach einer Ausbildung zum Kameramann an der Kunsthochschule in Tel Aviv, arbeitete Samuel Maoz zuerst als Production Designer für diverse Filme und TV-Dramen. Als Regisseur machte er sich zunächst mit Dokumentarfilmen einen Namen, bevor er 2007 mit seinem Spielfilmdebüt Lebanon den Goldenen Löwen in Venedig sowie zahlreiche weitere Preise gewann. Unter anderem erhielt Lebanon den Großen Preis der Jury und die Auszeichnung für das beste Drehbuch bei den Asia Pacific Screen Awards. 2010 gewann Samuel Maoz den Europäischen Filmpreis in der Kategorie European Discovery of the Year. Foxtrot wurde in der Berlinale Residency entwickelt und feierte seine Premiere im Wettbewerb von Venedig 2018, wo er den Silbernen Löwen Großer Preis der Jury erhielt, um danach sieben Israelische Filmpreise zu gewinnen, darunter den für die Beste regie. Darüber hinaus war der Film in der Vorauswahl für einen Oscar als Bester fremdsprachiger Film 2018.

Raya Martin, Philippinen: The Empire

Drehbuch: Raya Martin und Norman Wilwayco
Produzentin: Arleen Cuevas (Cinematografica, Philippinen)

Der im Jahr 1984 auf den Philippinen geborene Raya Martin, Teilnehmer des Berlinale Talent Campus 2005, hat bereits zahlreiche Kurz- und Langfilme gedreht. Sein Drama Now Showing wurde 2008 in Cannes in der Sektion Directors’ Fortnight gezeigt. Ein Jahr später schafften es gleich zwei seiner Werke, der vom World Cinema Fund geförderte Film Independencia, sowie Manila in das offizielle Programm des Cannes Filmfestivals 2009. Sein letzter Film, Buenas Noches, España, feierte 2011 in Locarno, wo Martin auch Mitglied der Jury für den internationalen Wettbewerb war, seine Premiere.

Rafi Pitts, Iran: Soy Nero

Drehbuch: Rafi Pitts und Razvan Radulescu
Produzent: Thanassis Karathanos (Twenty Twenty Vision, Deutschland); Senorita Films, Frankreich; Pimienta Films, Mexico; Schortcut, Libanon.

Rafi Pitts wurde 1967 in Iran geboren. Während des Ersten Golfkrieges floh er 1981 nach England, wo er 1991 sein Filmstudium abschloss. Sein erster Kurzfilm In Exile wurde noch im gleichen Jahr beim Internationalen Filmfestival London gezeigt. In den 90er Jahren zog Pitts nach Paris, wo er unter anderem als Regieassistent für Leos Carax, Jacques Doillon und Jean-Luc Godard arbeitete. Rafi Pitts Langfilmdebüt Die fünfte Jahreszeit lief 1997 beim Internationalen Filmfestival Venedig. Sein Film It’s Winter feierte im Berlinale Wettbewerb 2006 Premiere. Auch sein vom World Cinema Fund geförderter fünfter Spielfilm Zeit des Zorns lief 2010 im Berlinale Wettbewerb. Soy Nero wurde in der Berlinale Residency entwickelt und feierte seine Premiere im Berlinale Wettbewerb 2016.

Sacha Polak, Niederlande: Zurich

Drehbuch: Helena van der Meulen
Produzentin: Marleen Slot (Viking Film, Niederlande); Rohfilm, Germany; A Private View, Belgien.

Luna ist das zweite Spielfilmprojekt von Regisseurin Sacha Polak. Ihr Debütfilm Hemel, der ebenfalls in Kooperation mit Drehbuchautorin Helena van der Meulen entstand, feierte im Berlinale Forum 2012 seine Premiere, wo er mit dem FIPRESCI Preis ausgezeichnet wurde. Polaks Abschlussfilm von der Netherlands Film and Television Academy, Teer (2006) wurde auf mehreren internationalen Filmfestivals gezeigt. Im Anschluss drehte sie die Kurzfilme El mourabbi (2007), Drang (2008), Onder de tafel (2008) und Broer, der ebenfalls 2012 in der Sektion Berlinale Generation 14plus gezeigt wurde. Sacha Polak nahm am Berlinale Talent Campus 2010 teil. Zurich wurde in der Berlinale Residency entwickelt und feierte seine Premiere im Berlinale Forum 2015.

Die Berlinale Residency war eine Initiative der Internationalen Filmfestspiele Berlin, gefördert durch Medienboard Berlin-Brandenburg und Auswärtiges Amt.