Berlinale: Programm


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Matar extraños

Killing Strangers

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In einem museal anmutenden Wohnzimmer findet eine Reihe von Castings statt. Unterschiedliche Männer improvisieren oder sprechen vorgegebene Texte nach, studieren Gesten und Parolen ein, zielen mit einer Waffe, brechen sterbend zusammen. Immer wieder geht es dabei um Revolution. Dazwischen Szenen in einer Wüstenlandschaft. Drei Männer, die sich der mexikanischen Revolution zu Beginn des letzten Jahrhunderts anschließen wollen, haben sich verlaufen. Es schwelen Konflikte zwischen ihnen, das Wasser wird knapp, wechselseitiges Misstrauen macht sich breit. Durch dieses Nebeneinander des Reenactments eines möglichen historischen Ereignisses und seiner Vorbereitung wird die Inszeniertheit jeder filmischen Geschichtserzählung deutlich. Mehr noch: Auf einer Art spielerischen Meta-Metaebene wohnt der Zuschauer in den Szenen, in denen sich die Schauspieler an Versatzstücke aus einem Beatles-Stück oder geläufige Kampfslogans herantasten, der Konstruktion und gleichzeitigen Dekonstruktion eines kollektiven Revolutionsmythos bei. Ein Mythos, wie man ihn sich am Lagerfeuer erzählt, oder der auf einer symbolischen Ebene selbst zum wärmenden Lagerfeuer des Kollektivs wird.

Mexiko / Dänemark 2013, 63 Min

von

Jacob Secher Schulsinger, Nicolás Pereda

mit

Gabino Rodríguez
Esthel Vogrig
Tenoch Huerta
Harold Torres