Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Retrospektive

To Be Or Not To Be

Sein oder Nichtsein

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Warschau 1939. Eine Theatertruppe probt ein Anti-Nazi-Stück, muss aber aus politischer Rücksichtnahme auf »Hamlet« ausweichen. Als nach dem deutschen Überfall ein aus England eingereister Spion den Besatzern Details über den polnischen Widerstand offenbaren will, locken ihn die Schauspieler in ihren Nazi-Kostümen in eine Falle. Um seinen nicht eingeplanten Tod zu verschleiern, sind sie gezwungen, die Maskerade aufrechtzuerhalten … Ernst Lubitschs doppelbödige Anti-Nazi-Komödie hat einen realen Bezug: die Situation der aus Deutschland vertriebenen jüdischen Schauspieler im Exil, die ihr Überleben oftmals in Nazi-Uniformen sichern mussten. Felix Bressarts Shylock-Monolog – »Wenn ihr uns stecht, bluten wir nicht? Wenn ihr uns kitzelt, lachen wir nicht? Wenn ihr uns vergiftet, sterben wir nicht?« – besitzt gleichwohl nichts Sentimentales. Als Bressart seinen Text vor deutschen Besatzern zum dritten Mal rezitiert, hat der Chargenspieler als vermeintlicher Hitler-Attentäter seinen ersehnten großen Auftritt: »Und wenn ihr uns beleidigt, sollen wir uns nicht rächen?« Seither ist das Lachen, das To Be or Not to Be seit 70 Jahren hervorruft, ein äußerst wirksamer Vergeltungsakt am »Tausendjährigen Reich«.

USA 1942, 97 Min

von

Ernst Lubitsch

mit

Carole Lombard
Jack Benny
Robert Stack
Felix Bressart