Berlinale: Programm


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Obrana i zastita

A Stranger

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Der Tod eines alten Freundes stürzt Slavko in ein Dilemma. Er ist unschlüssig, ob er als Kroate an der Beerdigung im muslimischen Teil von Mostar teilnehmen soll. Einerseits fühlt er sich verpflichtet, andererseits fürchtet er Anfeindungen seines Umfelds. Seine Frau ist verärgert, und auch sein Sohn hat genug von seinen immergleichen Monologen.
Innerlich zerrissen und zutiefst gespalten – der Mann und seine Stadt haben etwas gemeinsam. Dass Mostar, fast zwei Jahrzehnte nach dem Ende des Krieges, immer noch geteilt ist, darauf beruht dieses Psychogramm. Eine unsichtbare Grenze aus Argwohn und Misstrauen bestimmt den Alltag der Menschen. Slavko möchte nichts falsch machen, hat aber das Gespür für das, was er wirklich will, verloren. Sein Agieren nimmt grotesk-paranoide Züge an. Unrast und Spannung macht die über weite Strecken sehr bewegliche, fluide Handkamera spürbar. Kurze emotionale Ausbrüche und dramatische Ausstiegs-Szenarien wirken wie ein Aufschrei, der folgenlos bleibt. Besonders beeindruckend sind die betont langen Szenen, oft handelt es sich um stummes Warten in Vorzimmern oder langwierige, redundante Debatten über Kleinigkeiten. Veränderung erwächst aus beidem nicht.

Kroatien / Bosnien und Herzegowina 2013, 87 Min

von

Bobo Jelcic

mit

Bogdan Diklic
Nada Gjurevska
Ivana Roscic
Izudin Bajrovic

Weltvertrieb

Spiritus Movens