Berlinale: Chronik


63. Internationale Filmfestspiele Berlin
07. - 17. Februar 2013

„17.000 Euro und ein Laiendarsteller reichen aus, um millionenschwere Arthouse-Produkte auf einem großen Filmfestival auszustechen, wenn eine bewegende Geschichte formal und ästhetisch hochwertig erzählt wird. Das ist die Botschaft dieser Berlinale-Jury an all die Filmemacher in den von Cannes und Venedig oft missachteten Regionen Osteuropas, deren Bevölkerungen mit den sozialen Verwerfungen des Postkommunismus kämpfen.“

(Andreas Borcholte über Epizoda u životu berača željeza, Spiegel Online, 17.02.2013)

Highlights der 63. Berlinale

2013 knackte die Berlinale zum ersten Mal die magische Marke von 300.000 verkauften Eintrittskarten. Das Zuschauerinteresse erlebte einen neuen Höhepunkt und innerhalb der überschäumenden Vielfalt an Filmen, Sektionen und Reihen ließ sich eine neue Tendenz ausmachen. Frische Impulse kamen nicht exklusiv, aber nun verstärkt aus Regionen, die lange Zeit aufgrund der politischen Situation brach lagen: Osteuropa und Zentralasien. Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch des Kommunismus blühen diese Länder wieder auf, suchen nach Orientierung im historischen Prozess.

Dies schlug sich nicht zuletzt bei der Bärenvergabe im Berlinale Palast nieder. Denn zum ersten Mal in der Geschichte des Festivals wurde ein rumänischer Film mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet: Poziţia Copilului (Child's Pose) von Călin Peter Netzer. Der in Deutschland aufgewachsene Regisseur zeigt die verzweifelten Versuche einer Übermutter, durch Beeinflussung und Bestechung die Schuld ihres Sohnes – er hat ein Kind überfahren – unter den Teppich zu kehren. Netzer arbeitet mit dokumentarischen Mitteln, um seinem Spielfilm Gestalt zu geben, und zeigt ein vom Geld besessenes, korruptes System. Wo die Ideologien gefallen sind, wird der omnipotente Wert des Geldes, die Auswüchse eines entfesselten Kapitalismus nur noch sichtbarer. Die Produzentin des Films, Ada Solomon, war dankbar für die offene, experimentierfreudige Art des Berlinale-Wettbewerbs, der 2013 viel wagte: „Danke, dass die Berlinale ein Labor ist!“, rief sie bei der Preisvergabe aus.

Hatte viel zu lachen: der Präsident der Internationalen Jury und Regisseur des Eröffnungsfilms Wong Kar Wai

Auch der zweite große Gewinner des Abends, Oscar-Preisträger Danis Tanović blieb mit seinem Epizoda u životu berača željeza (An Episode in the Life of an Iron Picker) ganz nah an der Realität, erzählte von den beständigen Versuchen einer Roma-Familie in Bosnien und Herzegowina, den Alltag zu überleben. Epizoda u životu berača željeza brachte dem Regisseur den Großen Preis der Jury und seinem Hauptdarsteller einen Silbernen Bären als Bester Darsteller ein. Die Internationale Jury 2013 wurde von der chinesischen Regie-Ikone Wong Kar Wai – dessen Film Yi dai zong shi (The Grandmaster) den Wettbewerb eröffnet hatte - angeführt und war mit Tim Robbins, Susanne Bier, Andreas Dresen, Shirin Neshat, Athina Tsangari und Ellen Kuras stark besetzt. Sie kürte die Chilenin Paulina Garcia zur Besten Darstellerin, Denis Coté gewann mit Vic+Flo ont vu un ours (Vic+Flo haben einen Bären gesehen), der vor allem durch sein Ende den Zuschauern nachhaltig im Gedächtnis haften blieb, den Alfred-Bauer-Preis (Silberner Bär) für einen Spielfilm, der neue Perspektiven eröffnet. David Gordon Green durfte für Prince Avalanche den Silbernen Bären für die Beste Regie mit nach Hause nehmen.

Ein glücklich-trauriger Moment

Restlos begeistert zeigten sich Publikum und Kritiker gleichermaßen vom Gewinner des Preises für das Beste Drehbuch, das Jafar Panahi geschrieben hatte. Der Silberne Bär war ein weiterer glücklich-trauriger Moment in der Beziehung zwischen dem iranischen Filmemacher und der Berlinale. Konnte dieser schon 2011 seinen Platz in der Internationalen Jury aufgrund eines ihm auferlegten Reiseverbots nicht wahrnehmen, so durfte er auch 2013 den Iran nicht verlassen. Sein Co-Regisseur Kamboziya Partovi nahm den Preis stellvertretend entgegen. Pardé zeigt eindrücklich, wie die Fantasie in einem begrenzten Raum Funken schlagen kann und dass gerade die Beschränkungen, die einem Regisseur von außen auferlegt werden, zu großer Brillanz führen können.

Für Panahi selbst blieb der Akt des Filmemachens indessen selbst ein unkalkulierbares Risiko: „Laut iranischen Zeitungen hat das Kultusministerium die Produktion des Films Pardé als illegal bezeichnet und seine Premiere bei der Berlinale als Straftat eingestuft“ (Zeit Online, 19.02.2013). Ein weiterer Silberner Bär, nämlich der für eine Herausragende Künstlerische Leistung, ging an Aziz Zhambakiyev für seine Kameraarbeit in Uroki Garmonii (Harmony Lessons), einem WCF-geförderten Film unter der Regie von Emir Baragzin, der beim Berlinale Talent Campus 2008 einen entscheidenden Karriereschub erfahren hatte und mit Uroki Garmonii den ersten kasachischen Langfilm im Wettbewerb überhaupt präsentierte. „Nun beeindruckt der Wettbewerb in diesem Jahr durchaus: mit Geschichten aus dem wilden Kapitalismus in Osteuropa“, schrieb Christiane Peitz am 18.02.2013 im Tagesspiegel.

Die Schauspielerin Anne Hathaway bei der Premiere von Les Misérables im Friedrchstadt-Palast

Doch auch der Glamour, der sich so stark mit Hollywood verbindet, als wäre er dort erfunden worden, durfte bei der Berlinale 2013 natürlich nicht fehlen: Auf dem Roten Teppich glänzten u.a. Jane Fonda, Jude Law, Rooney Mara, Matt Damon, Joseph Gordon-Lewitt, Shia LaBeouf, Hugh Jackman, Amanda Seyfried, Holly Hunter, Juliette Binoche und Catherine Deneuve. Tag für Tag flanierten die Stars in den Berlinale Palast und ließen sich – genau wie ihre Fans – vom berüchtigten Berliner Wetter nicht einschüchtern: Pünktlich zum ersten Roten Teppich des Festivals hatte der Schnee eingesetzt.

Ein Höhepunkt des Wettbewerbs 2013 war Before Midnight. Richard Linklater und seine beiden Ko-Autoren und Schauspieler Ethan Hawke und Julie Delpy kamen nach 1995 (Before Sunrise) und 2004 (Before Sunset) zum dritten Mal nach Berlin – mit einer neuen Episode aus der bewegten Liebe der Figuren Jesse und Céline. So viel Treue zahlt sich aus: Dieter Kosslick überreichte dem freudig überraschten Linklater bei der Premiere des Films eine Berlinale Kamera. Ein weiterer langjähriger Freund der Berlinale, Rosa von Praunheim, wurde ebenfalls mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet. Seine Kamera wurde ihm anlässlich der Uraufführung der filmischen Hommage an ihn – Rosakinder von Tom Tykwer, Julia von Heinz, Chris Kraus, Axel Ranisch und Robert Thalheim – überreicht.

Starker Auftritt der US-Amerikaner

Dem Mangel an amerikanischen Independent-Filmen in den vergangenen Berlinale-Jahrgängen konnte der Sektionsleiter des Panoramas Wieland Speck 2013 eindrucksvolle sechs US-Spiel- und sieben Dokumentarfilme als Herzstück seines Programms entgegenhalten. Speck sah einen neuen Wagemut in den Produktionen aus Übersee, die sich endlich vom konservativen Geist der Bush-Ära befreit hätten. Eine solche Freigeistigkeit ließ sich jedoch über die gesamte Breite des Panorama-Programms erkennen und manifestierte sich unter anderem darin, dass Sex in seinen unterschiedlichen Facetten thematisch immer wieder eine Rolle spielte. Von Nordamerika (Don Jon’s Addiction von Joseph Gordon-Levitt) über Asien (Something in the Way von Teddy Soeriaatmadja) bis nach Europa (Mes séances de lutte von Jacques Doillon) zog sich die Lust an der Körperlichkeit. Die Oscar-Gewinner Rob Epstein und Jeffrey Friedman kamen mit einer fiktionalen Bearbeitung des Deep Throat-Themas nach Berlin, jenes 1972 produzierten und immer noch erfolgreichsten Pornofilms aller Zeiten.

Panorama-Sektionsleiter Wieland Speck und der Regisseur von Don Jon's Addiction Joseph Gordon-Levitt auf der Bühne des Friedrichstadt-Palastes

Für Furore sorgte ein dänischer Dokumentarfilm, der den PanoramaPublikumsPreis gewann und sich mit den Gräueltaten indonesischer Todesschwadrone nach dem Militärputsch von 1965 auseinandersetzt. Über eine Million vermeintlicher Kommunisten wurden innerhalb eines Jahres ermordet, die Verbrechen nie geahndet. The Act of Killing nähert sich dem Thema konsequent über die Erinnerungen der Täter und lässt diese nicht nur erzählen, sondern ihre Taten nachspielen. Damit liegt er auf inszenatorischer Ebene sehr nah am Opus Magnum desjenigen Regisseurs, dem 2013 die Hommage gewidmet war: Claude Lanzmann. Die Erinnerung der Zeugen aus ihren Körpern und Bewegungen zu destillieren, existentielle Analyse zu betreiben und so dem Unsagbaren auf die Spur zu kommen, hatte Lanzmann mit Shoah etabliert. Der französische Regisseur war gerührt und mehr als glücklich, mit dem Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk ausgezeichnet zu werden. Die Laudatio im Berlinale Palast hielt ein alter Freund, der Shoah als damaliger Sektionsleiter 1986 zum Forum eingeladen hatte: Ulrich Gregor.

The Act of Killing verweise mit seiner dokumentarischen Methode auf die unklaren Grenzen von Fiktion und Realität, schrieb Christiane Peitz am 15.02.2013 im Tagesspiegel: Der Film „erhellt auf ungeheuerliche Weise, woran sich so viele andere Filme am Ende nur abarbeiten: die unheilbare Verstrickung von Fantasie und Politik, Imagination und Verbrechen, Moral und Verdrängung. Die Bilder und die Wirklichkeit, sie sind seit jeher Komplizen.“ Der Versuch, diese Differenzen und die Zonen ihrer Ununterscheidbarkeit fruchtbar zu machen, zog sich durch die Sektionen. Solche Ästhetisierungen des Alltags sollen den Blick freigeben auf die eigene historische, geografische, soziale Dimension. Ganz deutlich war dies im Forum zu spüren, wo Filme wie Terra de ninguém (No Man's Land) von Salomé Lamas, Die 727 Tage ohne Karamo (The 727 Days Without Karamo) von Anja Salomonowitz, La plaga (The Plague) von Neus Ballús oder Sto lyko (To the Wolf) von Christina Koutsospyrou und Aran Hughes beständig der Realität mit den Mitteln des fiktionalen Erzählens zu Leibe rückten.

Aufsehen erregte auch das Forum Expanded: Zum einen fand die Gruppenausstellung „Waves vs. Particles“ im ehemaligen Krematorium Berlin-Wedding statt. Zum anderen erschloss die Sektion einen weiteren mehr als ungewöhnlichen Ort als Berlinale-Spielstätte: die Therme Liquidrom. Dort konnten die Besucher – in Salzwasser liegend – die Bild- und Tonwelten des Quasi-Cinemas von Hélio Oiticica und Neville D'Almeida erfahren. Isabella Rossellini, die 2013 mit einer Berlinale Kamera geehrt und von Kuratorin Stefanie Schulte Strathaus zur Gallionsfigur des Forum Expanded ernannt wurde, präsentierte ihr neuestes Werk Mammas.

Quasi-Cinema mit Neville D'Almeida (ganz rechts) im Berliner Liquidrom

Das Unbehagen, das sich mit den Umbrüchen der politischen und sozialen Konstanten verbindet, hatte auch die Kinder- und Jugendfilmsektion Generation erfasst. „Erhöhte Geschwindigkeiten“ konstatierten Sektionsleiterin Maryanne Redpath und ihr Stellvertreter Florian Weghorn. Die typische Bewegung des Coming-of-Age, die Reise mit einem Aufbruch und einer Ankunft, machte starken und schnellen Fluchtbewegungen oder einem ziellosen Driften Platz – radikaler und existentieller als in den Jahren zuvor. Der große Gewinner war hier der australische Film The Rocket, der im Hinterland von Laos spielt und von einem gefährlichen Irrweg durch Armut, Aberglauben und die Blindgänger der letzten Kriege erzählt. Regisseur Kim Mordaunt durfte nicht nur den Gläsernen Bären der Kinderjury, sondern auch den Viewfinder für den Preis Bester Erstlingsfilm entgegennehmen. Ganz besonders freuten sich die Verantwortlichen der Sektion, dass sie zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder zwei deutsche Produktionen als Weltpremieren in Generation begrüßen durften: Kopfüber von Bernd Sahling in Kplus und ÖDLAND - Damit keiner das so mitbemerkt von Anne Kodura in 14plus.

Das deutsche Kino - heute und damals

In der Perspektive Deutsches Kino gewann Anne Zohra Berrached mit Zwei Mütter den DFJW-Preis Dialogue en perspective. Die Regisseurin erzählt mit dokumentarischen Mitteln – wiederum in einem Spielfilm – die Geschichte eines lesbischen Paares, das sich ein Kind wünscht und auf diverse Hindernisse stößt. Jan Speckenbach konnte sich über den zum zweiten Mal ausgelobten „Made in Germany – Förderpreis Perspektive“ freuen. Zudem setzte das Team um Sektionsleiterin Linda Söffker die Gesprächsreihe „Made in Germany – Reden über Film“ fort, 2013 mit einem besonderen Fokus auf die Produktionsbedingungen für deutschsprachige Nachwuchstalente diesseits und jenseits fernsehredaktioneller Partnerschaften.

Den Einfluss der größten Blütezeit des deutschen Films während der Weimarer Republik auf das internationale Kino thematisierte die Retrospektive 2013 unter dem Titel „The Weimar Touch. The International Influence of Weimar Cinema after 1933“.

Die Berlinale Shorts griffen auf ihre Weise die Zeiten des Umbruchs auf. Sektionsleiterin Maike Mia Höhne benannte explizit die Frage nach den Organisationsprinzipien heutiger Gesellschaften als Fixstern ihres Programms. Stand 2012 noch eine ästhetische Kategorie – die Narration – im Mittelpunkt der Sektion, so adressierte sie 2013 offen politische Strukturen. Der Goldene Bär für den Besten Kurzfilm ging nach Frankreich, an den Film La Fugue (The Runaway) und seinen Regisseur Jean-Bernard Marlin, der einen engagierten Sozialarbeiter in die fremd wirkenden Banlieues von Marseille schickt. Mit die ruhe bleibt von Stefan Kriekhaus konnte eine deutsche Produktion den Silbernen Bären gewinnen.

Regisseur Ken Loach im Haus der Berliner Festspiele

Aufgrund des Erfolges 2012 wurde das Reihenformat Film + Gespräch im Haus der Berliner Festspiele im Rahmen von Berlinale Special fortgeführt. Ken Loach zeigte mit The Spirit of ´45 eine weitere Facette eines der Kernthemen 2013: den Verlust der Alternativen zum Kapitalismus. Sein Dokumentarfilm erzählt von der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als der Sozialismus in England gelebt wurde – und den Zerfall der Gemeinschaft unter dem Druck der neoliberalen Agenda Margaret Thatchers seit den 1980er Jahren. Der in Port-au-Prince geborene und ehemalige Haitianische Kulturminister Raoul Peck warf mit Assistance Mortelle (Fatal Assistance) die Frage nach Sinn und Unsinn gutgemeinter Hilfsaktionen für Länder, die von einer Katastrophe getroffen wurden, auf. Das Bild, das er zeichnet, ist katastrophaler als die Katastrophe selbst. Für positive Schlagzeilen sorgte das Double Feature von Gold - Du kannst mehr als Du denkst und Mein Weg nach Olympia. Beide Filme befassen sich mit behinderten Sportlern und ihrer Teilnahme an den Paralympics 2012 in London. Die Berlinale sorgte neben einer großen Anzahl von Rollstuhlplätzen auch für einen Gebärdendolmetscher, der das Filmgespräch mit den beiden Regisseuren Michael Hammon und Niko von Glasow für Hörgeschädigte übersetzte. Der Contergan-geschädigte Niko von Glasow zeigte sich in einem Interview mit dem Deutschlandradio am 15. Februar 2013 begeistert: „Das sollte ein Menschrecht sein, ins Kino zu gehen! Und ich finde das ganz toll, dass die Berlinale da so ein Vorreiter-Ding draus macht.“

Die Kritiker sehen in der Reihe ein Symptom der zu starken Verästelung des Festivals, die Tickets waren am ersten Tag bereits restlos ausverkauft: „Berlinale Goes Kiez“ erfreute sich auch im vierten Jahr ungebrochener Begeisterung. Tom Tykwer, Benjamin Heisenberg, Ulrich Köhler u.a. begrüßten als prominente Paten die Zuschauer und Gäste der Filme in den Berliner Kiez-Kinos. Mit „NATIVe – A Journey into Indigenous Cinema“ präsentierte das Festival eine neue Sonderreihe, die sich dem globalen kinematografischen Erzählen indigener Völker widmet. Kuratiert von Maryanne Redpath beschäftigte sich die Reihe 2013 mit den „klassischen“ Regionen indigener Filmkultur: Australien, Neuseeland/Ozeanien, Kanada und den USA.

Der Berlinale Talent Campus 2013 im HAU1

Ein gutes Jahr für die Branche

„Some like it hot – Filmmakers as Entertainers“ lautete das Motto des 11. Berlinale Talent Campus, denn, so der Projektleiter Matthijs Wouter Knol und Projektleiterin Christine Tröstrum, Film sei vor allem auch Teil der Unterhaltungsindustrie und dieser Aspekt käme in der Phase der Projektentwicklung oft zu kurz. Die Entdeckung neuer Finanzierungsmodelle und Vertriebswege standen neben Panels und Workshops mit prominenten Gästen wie Matthew Libatique, Paul Verhoeven, Jane Campion oder Ulrich Seidl auf dem Programm.

Der Berlinale Co-Production Market konnte 2013 sein zehnjähriges Jubiläum feiern. 38 ausgewählte Projekte suchten nach Partnern, darunter auch erstmals fünf Projekte der 2012 ins Leben gerufenen Initiative Berlinale Residency, die aufstrebenden Filmemachern einen dreimonatigen Projektentwicklungsaufenthalt in Berlin bietet. Der European Film Market profitierte auch 2013 von seiner Stellung als erster internationaler Filmmarkt des Jahres. Er verzeichnete – wie in den letzten Jahren auch – einen Zuwachs an Ausstellern, die Verkäufe blieben trotz der schlechten Wirtschaftslage konstant. Äußerst positiv wurden auch die Industry Debates aufgenommen, die die Perspektiven der Filmindustrie im krisengeschüttelten Europa sowie die Zukunft der 3D-Technologie thematisierten.

Besucher  
Kinobesuche 475.822
Verkaufte Eintrittskarten 303.077
   
Fachbesucher  
Akkreditierte Fachbesucher (ohne Presse) 15.934
Herkunftsländer 124
   
Presse  
Pressevertreter 3.695
Herkunftsländer 81
   
Screenings  
Anzahl Filme im öffentlichen Programm 360
(davon 108 Kurzfilme)
Anzahl Vorführungen 965
   
European Film Market  
Fachbesucher 8.091
Anzahl Filme 816
Anzahl Screenings 1.166
Stände auf dem EFM
(Martin-Gropius-Bau & Business Offices)
172
Anzahl Aussteller 455
   
Berlinale Co-Production Market  
Teilnehmer 486
Herkunftsländer 43
   
Berlinale Talent Campus  
Teilnehmer 303
Herkunftsländer 96
   
Jahresbudget € 19,5 Mio.
Die Internationalen Filmfestspiele Berlin erhalten eine institutionelle Förderung in Höhe von € 6,5 Mio. vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.