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Kazoku no kuni

Our Homeland

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Mehr als 90.000 in Japan lebende Koreaner emigrierten von den späten 50ern bis in die 70er Jahre nach Nordkorea, das Land, das ihnen Wohlstand, Gerechtigkeit und ein Ende der Diskriminierung verhieß. KAZOKU NO KUNI erzählt von einem, der für kurze Zeit zurückkehrt. Nach 25 Jahren sieht Sonho seine Familie in Tokio wieder, weil ihm gestattet wurde, sich dort einer Operation zu unterziehen.
Im Mittelpunkt des Films steht Sonhos jüngere Schwester Rie. Sie ist unschwer zu erkennen als Alter ego der Regisseurin selbst. In ihren Dokumentarfilmen DEAR PYONGYANG und SONA, THE OTHER MYSELF hat Yang Yonghi die eigene Geschichte erzählt: Im Alter von sechs Jahren musste sie erleben, wie ihre drei älteren Brüder die Familie für immer in Richtung Pjöngjang verließen.
Es fällt schwer, sich der emotionalen Komponente der Geschichte zu entziehen. Doch die Regisseurin legt den Fokus nicht auf Melodramatik. Ihr geht es um zwei Menschen, die der Lauf der Geschichte mit extrem unterschiedlichen Perspektiven ausgestattet hat. Während Sonhos Weg vorgezeichnet ist, erkennt Rie, dass ihr alle Möglichkeiten offenstehen. Auch die, gegen die eigene Familie zu rebellieren.

Japan 2012, 100 Min

von

Yang Yonghi

mit

Iura Arata
Ando Sakura
Yang Ik-June