Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Retrospektive

Konez Sankt-Peterburga

The End of St. Petersburg

Das Ende von Sankt Petersburg

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Wie wird man eigentlich zum Revolutionär? Iwan vom Dorf staunt nicht schlecht über die feudalen Paläste von Petersburg. Hinter deren Fassaden aber feiern die Kriegsgewinnler. Iwan gerät unversehens in revolutionäre Kreise, ins Gefängnis und daraufhin an die Front. Die Schrecken des Weltkriegs lassen ihn endgültig reifen. Als begeisterter Bolschewik stürmt er mit zum Winterpalast: „Petersburg gibt es nicht mehr!“
Eben erst hatte Wsewolod Pudowkin mit MAT (Die Mutter) Furore gemacht, gerade die Filmhochschule absolviert, und gleich folgt ein Prestigeprojekt: Er durfte einen der Jubliäumsfilme zum zehnten Jahrestag der Revolution machen, neben Eisensteins intellektuellem OKTJABR (Oktober). Beide drehen 1927 fast zeitgleich Massenszenen am historischen Schauplatz. Bei Pudowkin gehen allerdings mehr Fenster des Winterpalasts zu Bruch … Schneller Schnittrhythmus, ungewöhnliche Perspektiven und revolutionäres Pathos machen ihn weltweit als Revolutionsfilmer bekannt. Er baut auf Identifikationsfiguren, Gesichter der Revolution, und leicht verständliche Handlung. Als Autor, Regisseur und Darsteller wird er zu einer der wichtigsten Figuren von Meschrabpom-Film.

Filmkopie: Filmmuseum im Münchner Stadtmuseum, München

UdSSR 1927, 77 Min

von

Wsewolod Pudowkin, Michail Doller

mit

Aleksandr Tschistjakow
Wera Baranowskaja
Iwan Tschuweljew