Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Retrospektive

Jenseits der Straße

Harbour Drift

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Ein Bettler, eine Dirne und ein Arbeitsloser verstricken sich in tödliche Konflikte um eine Perlenkette, die den Ausweg aus dem Elend bedeuten könnte. Dem Bettler fällt ein Schatz vor die Füße. Jetzt soll es ihm und dem armen jungen Kerl, den er bei sich wohnen lässt, endlich besser gehen. Doch bei einer kleinen Freudenfeier in der Spelunke geraten sie in einen Teufelskreis von Hehlern und Prostituierten, in dem so mancher Proletarier gefangen ist – auch die Dirne, die vom plötzlichen Reichtum des Bettlers weiß.
Dieses wenig bekannte Hauptwerk des proletarischen Stummfilms, von Leo Mittler 1929 gedreht, brilliert besonders mit Friedl Behn-Grunds großartiger Kameraarbeit und furiosen Montagestrecken. Prometheus förderte diese jungen Talente, die sich von den russischen Kollegen bei Meschrabpom-Film einiges abschauten. Soziale Thematik und neue Filmsprache sollen sich zu einem massenwirksamen Film verbinden. Bislang war er nur als Fragment erhalten, aber der fehlende Akt wurde kürzlich wieder aufgefunden. Jetzt ist der stilsichere Film, der tief in die Unterwelt und ihr scheinbar unausweichliches Elend eindringt, erstmals wieder vollständig zu sehen.

Filmkopie: Bundesarchiv-Filmarchiv, Berlin

Deutschland (bis 1945) 1929, 94 Min

von

Leo Mittler

mit

Lissy Arna
Paul Rehkopf
Fritz Genschow