Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Retrospektive

Tri pesni o Lenine

Three Songs of Lenin (1970 sound version)

Drei Lieder über Lenin (Tonfassung von 1970)

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Von der Lenin-Lampe in der usbekischen Hütte bis zum gigantischen Moskau-Wolga-Kanal: Kontinente umspannend preist das sowjetische Volk den geliebten Vater und herzlichen Freund. Lenin ist auch zehn Jahre nach seinem Tod noch allgegenwärtig, in der Trauer und im Fortschrittsglauben: Revolution ist ansteckend, bewegend, aktuell. Dsiga Wertow montiert aus Wochenschaumaterial und neuen Bildern meisterlich eine ergreifende Montage-Hymne, diesmal für die ‚rote Traumfabrik’.
Eloge und Jubelgesang, Volkslied und Trauermarsch: Viele Umschnitte, Einschübe und Korrekturen prägen die wechselvolle Geschichte des Films über den Gründer der Sowjetunion. Stalin reklamiert seinen Platz mit eiserner Hand und wird doch 1970 wieder entfernt, als wäre er nie dagewesen. Revolutionär und Avantgardist Wertow wird zum Spielball der Macht, aber er bleibt sich treu. Seine Montage spricht eine deutlichere Sprache als es die Slogans im Bild tun. TRI PESNI O LENINE ist Ton- und Stummfilm zugleich. Beide Fassungen sind hier im Vergleich zu sehen: Der Stummfilm (für die Provinzkinos) stammt aus dem Jahr 1938, der Tonfilm ist die entstalinisierte Fassung von 1970.

Filmkopie: Österreichisches Filmmuseum, Wien

UdSSR 1934/38/70, 62 Min

von

Dsiga Wertow