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Kid-Thing

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Weil die Schule schon seit Tagen ausfällt und sich niemand um sie kümmert, streunt die zehnjährige Annie allein durch Wald und Wiesen und hinterlässt eine Spur der Verwüstung. Als sie ein Loch entdeckt, aus dem eine Frauenstimme um Hilfe ruft, ist sie von Grund auf verunsichert. Wie magisch angezogen kehrt sie immer wieder an den geheimnisvollen Ort zurück, zunächst mit Sandwiches und Walkie-Talkies, später mit einem Anliegen.
Obwohl sie ein kleiner Satansbraten ist, wirft der Film einen empathischen Blick auf Annie, die einsame Rebellin. Trotzig brüllt sie „I'm not scared of nothing!“ in das Loch und ist doch verängstigt und voller Fragen, die ihr kein Erwachsener beantworten kann. „How to become a better person?“ lautet der Titel eines Buches, das ihr Vater liest, Crash-Rennfahrer, Ziegenbauer und selbst noch ein großes Kind. „How do they know?“ fragt Annie erstaunt.
Es ist ein Land voller Versehrter und Gestörter, ein heruntergewirtschaftetes Land, das uns die Zellner-Brüder hier präsentieren. Aus hyperrealistischer Independent-Motivik und Märchen-Topoi lassen sie etwas ganz Eigenes entstehen: verstörend, komisch, brutal, versponnen und melancholisch.

USA 2012, 83 Min

von

David Zellner

mit

Sydney Aguirre
Susan Tyrrell
Nathan Zellner
David Zellner