Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Retrospektive

Hets

Frenzy

Die Hörige

Jan-Erik Widgren (Alf Kjellin), ein Schüler im letzten Gymnasialjahr, ist ein Idealist, der lieber Violine spielt als Latein zu pauken. Auf ihn hat es der sadistische Lateinlehrer abgesehen, den die Schüler „Caligula“ (Stig Järrel) nennen. Mit spitzfindigen Fragen und sarkastischen Sticheleien quält er Widgren, bis dieser einen Fehler macht, und bestraft ihn dann dafür. Eines Abends trifft Jan-Erik unterwegs die junge Verkäuferin im Tabakladen, Bertha Olsson (Mai Zetterling), die so betrunken ist, dass sie kaum stehen kann. Er begleitet sie zu ihrer Wohnung und will gleich nach Hause, aber sie fleht ihn an zu bleiben, weil sie Angst vor jemandem hat, der sie quält – einen Namen nennt sie nicht. So beginnt die Liebesbeziehung zwischen Jan-Erik und Bertha. Als „Caligula“ davon erfährt, schließt er den Schüler vom Abitur aus.

In seinem ersten verfilmten Drehbuch zeichnet Bergman den Lehrer als Prototyp des Faschisten – seine „Himmler-Brille“ und die Lektüre einer rechtsradikalen Zeitung charakterisieren ihn als Nazi-Sympathisanten. Als er nach einer brutalen Tat entlarvt wird, erweist er sich als bibbernder Feigling. HETS hat aber auch positive Figuren, etwa den Rektor (Olof Winnerstrand), der Jan-Erik helfen will, den netten Klassenlehrer „Pippi“ (Gösta Cederlund) oder Jan-Eriks Freund Sandman (Stig Olin), der als Einziger seine Abneigung gegen „Caligula“ öffentlich kundtut.

In der Regie von Alf Sjöberg gewann HETS 1946 den Grand Prix beim Filmfestival in Cannes; Mai Zetterling wurde als Darstellerin ein Jahr später in Venedig ausgezeichnet.

Schweden 1944, 101 Min

von

Alf Sjöberg

mit

Stig Järrel
Alf Kjellin
Mai Zetterling