Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Retrospektive

Törst

Thirst

Durst

In TÖRST geht Bergman souverän mit der Gegenüberstellung einer Reihe von Parallelgeschichten um, die auf dem Novellenband „Törst“ (1948) der Autorin und Bühnendarstellerin Birgit Tengroth basieren, die auch die Rolle der Viola übernimmt.

Ausgangspunkt ist ein Hotel in Basel im Jahre 1946. Das Ehepaar Rut (Eva Henning) und Bertil (Birger Malmsten) bereitet die Rückreise nach Stockholm vor. Rut ist die Unruhe selbst und plagt ihren Mann unaufhörlich. Sie leidet darunter, dass sie ihre Karriere als Balletttänzerin wegen ihres Knies aufgeben musste und dass sie nach einem Schwangerschaftsabbruch keine Kinder bekommen kann. Ihre Frustration steigert sich in der klaustrophobischen Atmosphäre des Zugabteils, als das Paar durch das zerstörte Deutschland reist. Ein Konfliktpunkt ist eine Affäre, die Bertil mit der verwitweten Viola hatte. Viola wiederum kann den Tod ihres Mannes nicht verwinden. Sie sucht Hilfe bei dem Psychiater Dr. Rosengren (Hasse Ekman), der sie erniedrigt und verführen will. Sie flüchtet zu einer Schulkameradin, die sich als Lesbierin entpuppt.

In TÖRST spielt Bergman mit der psychischen Verfassung der verschiedenen Figuren, die zwischen Verzweiflung und dem Willen zur Überwindung vergangener Verletzungen schwankt. Und er stellt die Frage, ob es nicht vorzuziehen ist, in der Hölle einer Beziehung zu leben, anstatt allein und unabhängig zu sein.

Schweden 1949, 84 Min

von

Ingmar Bergman

mit

Eva Henning
Birger Malmsten
Birgit Tengroth