Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Retrospektive

Kris

Crisis

Krise

In der Kleinstadt, weiß der Erzähler zu berichten, gebe es nichts, was die besinnliche Idylle störe. Doch dann passiert etwas Schockierendes in dem kleinen Ort, in dem Ingeborg (Dagny Lind) und ihre Ziehtochter Nelly (Inga Landgré) leben: Jenny (Marianne Löfgren), die leibliche Mutter von Nelly, die ihre Tochter 18 Jahre zuvor Ingeborg als Pflegekind übergeben hatte, taucht plötzlich auf. Jenny hat es in der Großstadt zu Geld gebracht und will Nelly nun zu sich holen. Nelly liebt zwar ihre „Mutti“ Ingeborg, streitet sich aber gerade mit ihrem Verehrer Ulf und will unbedingt etwas erleben. Jennys jungem Liebhaber, dem aalglatten Schauspieler Jack (Stig Olin), gelingt es, Nelly mit seinen fantastischen Erzählungen zu bezirzen, und sie beschließt, in die Großstadt zu ziehen. Dort wird sie Erfahrungen sammeln ...

Bereits in seiner ersten Filminszenierung entwickelt Ingmar Bergman Merkmale, die in seinen großen Werken immer wieder vorkommen werden: die Figur des Künstlers, den allwissenden Erzähler, die Wahrheit des Spiegelbildes, die ironische Wendung. Von Bergman ist kolportiert, er habe unbedingt einen Film drehen wollen und hätte das Telefonbuch verfilmt, wenn es ihm angeboten worden wäre. Dabei spürt man besonders in der Szene im Salon, als Jenny beobachtet, wie Jack ihre Tochter verführt, die Hand des großen Meisters, zu dem Bergman sich entwickeln sollte.

Schweden 1945/46, 93 Min

von

Ingmar Bergman

mit

Inga Landgré
Marianne Löfgren
Dagny Lind