Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Retrospektive

Das Schlangenei/The Serpent's Egg

Berlin, November 1923. In der verarmten Stadt herrscht die Inflation. Ein Päckchen Zigaretten kostet vier Milliarden Mark. Für einen Dollar bekommt man eine Flasche Whisky oder eine Frau. Der arbeitslose jüdische Trapezkünstler Abel Rosenberg (David Carradine) bevorzugt den Whisky – jeden Abend betrinkt er sich. Eines Tages findet er seinen Bruder Max mit einem Kopfschuss tot in der Wohnung. Er sucht Max’ Ex-Frau Manuela (Liv Ullmann) in dem Cabaret auf, in dem sie als Sängerin arbeitet, um sie über den mutmaßlichen Selbstmord zu unterrichten. Dort trifft Abel auch Dr. Hans Vergérus (Heinz Bennent), den er noch von früher kennt und nie leiden konnte: er führte damals „wissenschaftliche“ Experimente an lebendigen Katzen durch. Vor seinem Tod hatte Max in einem Brief an Manuela geschrieben, dass Menschen vergiftet werden …

So stellt sich die Situation dar, als Kommissar Bauer (Gert Fröbe) die Untersuchung des Falls aufnimmt. Dr. Vergérus ist der Typus des skrupellosen Wissenschaftlers, der zutiefst davon überzeugt ist, mit seinen totbringenden Experimenten die Welt retten zu können – ein zynischer Wegbereiter des aufkommenden Nationalsozialismus. Menschen verschwinden plötzlich und jeder hat Angst, wie Kommissar Bauer feststellt. Und irgendwo da unten in München plant ein gewisser Herr Hitler einen Putsch.

Deutschland (BRD ab 1949) / USA 1976/77, 119 Min

von

Ingmar Bergman

mit

Liv Ullmann
David Carradine
Gert Fröbe