Berlinale: Berlinale Themen


„Vorhang auf - The Curtain“

Vom 12. bis 15. Februar 2010 hat die einzigartige Kunstinstallation „Vorhang auf - The Curtain“ am Brandenburger Tor von der Magie und der Macht des Kinos erzählt. Die international renommierte, in Los Angeles lebende Designerin und Künstlerin Christina Kim ('dosa') kreierte einen 300 qm großen symbolischen Kinovorhang aus recycelten Film- und Berlinale-Billboards. Nach der Öffnung des Vorhangs am 12. Februar wurde auf einer Leinwand die Welturaufführung der restaurierten Originalfassung von Fritz Langs Metropolis live aus dem Friedrichstadt-Palast zum Brandenburger Tor öffentlich übertragen. Das Publikum war eingeladen, dieses filmhistorische Ereignis - gratis - vor dieser ganz besonderen Kulisse zu erleben. Circa 2.000 Zuschauer waren live dabei.

Christina Kim wurde 1957 in Seoul (Südkorea) geboren. Ihre Familie wanderte in die USA ein, als sie 14 Jahre alt war. 1982 beendete Kim ihr Studium der Bildenden Kunst und war bei einem Modelabel für Herrenbekleidung in Italien tätig, bevor sie 1984 ihr eigenes Label gründete. Binnen einiger weniger Jahre war ihre Firma von einem Eine-Frau-Unternehmen zur Modedesign-Firma dosa geworden - mit 30 Angestellten, einer Produktionsstätte im Innenstadtbereich von Los Angeles und einem Laden in New York.

Im Zuge des Wachstums ihrer Firma hatte Kim immer öfter die Gelegenheit, beim Entwicklungsprozess biologischer Textilien mitzuwirken; auch war sie zunehmend dazu in der Lage, indigene oder notleidende Frauen zu beschäftigen und somit wirtschaftlich zu unterstützen. Indem sie sich mit neuen Textilien oder traditionellen Handwerkstechniken beschäftigte, entwickelte Kim moderne, marktfähige Designs. Bis dato war sie in Mexiko, Südasien, Bosnien, Kenia und anderen Orten auf der ganzen Welt tätig, und diese Arbeit beeinflusste ihre Arbeitsphilosophie maßgeblich. Ihre Arbeit hat bislang nicht nur zahlreiche ökologische und ökonomische Nachhaltigkeitsinitiativen unterstützt - sie wurde auch für ihr herausragendes Design prämiert. Im Jahr 2006 war Kim zudem Teil der United States Library of Congress - Publikation Women Who Dare.

Bei der UNESCO-Konferenz zu Umweltbildung in Ahmedabad im Jahr 2007, an der sie auch teilnahm, bereitete Kim eine Installation vor, und im darauffolgenden Jahr führte die Künstlerin Installationen und eine Ausstellung in Bologna (Italien) für die 'Creativity, Technology and Design' - Fokusgruppe am Bologneser Institut für Höhere Studien durch. In den vergangenen zehn Jahren wuchs Kims Interesse an der Miteinbeziehung recycleter Materialien, sowohl bei ihrer eigenen Arbeit, als auch in der Zusammenarbeit mit anderen KünstlerInnen und DesignerInnen. Die Firma sowie der Großteil des Produktionsprozesses ihrer Kollektionen von Mode- und Einrichtungsgegenständen ist noch immer in Los Angeles ansässig; dosa wird in 80 Filialen und in insgesamt 20 Ländern verkauft.






Die Installation wurde durch den Hauptstadtkulturfonds gefördert.