Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Kulinarisches Kino

Manthan

The Churning

Das Buttern

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Der Milchpreis ist in Europa ein politischer Dauerbrenner. So war es auch im Land der heiligen Kühe, bevor in Indien in den 1970er Jahren eine „Weiße Revolution“ begann.



Die Milchbauern überwanden die Widerstände der Großgrundbesitzer und die Traditionen der Kastengesellschaft und gründeten Molkerei-Genossenschaften, die bis heute äußerst erfolgreich arbeiten.



Den Beginn dieses epochalen Wandels zeigt Shyam Benegal in dem Spielfilm Manthan, der heute ein Klassiker des indischen Kinos ist.



Der Schauplatz ist ein armes Dorf, in dem ein Veterinär aus der Stadt eine Milchkooperative aufbauen will. In einer Atmosphäre, die aufgeladen ist, wie in einem Western, sucht der Fremde das Misstrauen der Einheimischen zu überwinden.



Seien es die Heucheleien des Großgrundbesitzers, die schönen Augen der Bäuerin, der fremdenfeindliche Dorfschulze, der aggressive Paria oder die sture Masse der Bauern, die nicht wahrhaben will, dass sie betrogen wird, der junge Arzt muss viele Hürden nehmen, bis das Gemeinschaftswerk steht.



Das Erstaunliche an dem Film ist, dass das Happy End auch im Leben stattfand. 500 000 Bauern aus dem Bundesstaat Gujarat finanzierten mit zwei Rupies pro Person die Produktion des Films. Sie kamen auch in Scharen ins Kino und machten Manthan zum kommerziellen Erfolg. Es folgten zahlreiche Auszeichnungen.



Und die Geschichte ging weiter: die indischen Molkereikooperativen sind heute weltweit ein Vorbild – vielleicht auch irgendwann mal für die Bauern der EU.

Indien 1976, 126 Min

von

Shyam Benegal

mit

Girish Karnad
Smita Patil
Naseeruddin Shah
Amrish Puri