Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Panorama

Hazman havarod

Gay Days

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Noch 1988 war Homosexualität in Israel ein Straftatbestand, nur wenige Homosexuelle lebten ihre Sexualität offen aus. Schwule und lesbische Selbstäußerungen in Medien und Künsten unterlagen der Zensur. Schwule wurde aus der Armee, der Polizei und anderen öffentlichen Institutionen ausgeschlossen, ohne die Möglichkeit zu einer Rechtsbeschwerde zu haben. Polizeiliche Gewalt gegen Schwule und Transsexuelle war an der Tagesordnung und wurde strafrechtlich nicht verfolgt. Zehn Jahre später, 1998, lebten schon etwa 3.000 Schwule und Lesben ihre Homosexualität, eine transsexuelle Sängerin vertrat Israel beim Eurovision Song Contest, beliebte Fernsehserien besaßen glückliche schwule Hauptfiguren, und den Streitkräften wie auch staatlichen Stellen war es offiziell verboten, Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung zu diskriminieren. Zigtausende – Juden und Araber, Junge und Alte, Schwule und Lesben, Religiöse und Atheisten, Transvestiten, Drag Queens, Prostituierte, Professoren, Soldaten und Polizisten –, sie alle marschierten in den „Pride Parades“ mit.
Heute ist die schwul-lesbische Community in Israel eine der am besten gedeihenden in der westlichen Welt. Seitdem sie auch von zivilen, militärischen und staatlichen Einrichtungen an herausgehobenen Stellen repräsentiert werden, stehen viele Schwule und Lesben in der vordersten Linie der israelischen Zivilgesellschaft. Was aber hat die „rosa Community“ in Israel so erfolgreich werden lassen – in einer Gesellschaft, mit der man eher Konflikte und Rassismus verbindet?
Der Film von Yair Qedar erzählt die Geschichte der „rosa Revolution“ aus dem Blickwinkel des Jahres 2009, zehn Jahre nach ihrem Erfolg. Er tut dies unter Verwendung von selten gezeigtem Archivmaterial und durch Interviews mit wichtigen Zeitzeugen.

Israel 2009, 71 Min

von

Yair Qedar