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Marin Blue

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MARIN BLUE

Jim und Marin begegnen sich in einer psychiatrischen Einrichtung für Jugendliche in Los Angeles. Während die an Narkolepsie leidende Marin kommen und gehen kann, wann sie will, soll Jim so lange in der geschlossenen Anstalt bleiben, bis man „der Wahrheit“ auf die Spur kommt, wie ihm die Ärztin mitteilt. Die Frage nach der Wahrheit steht auch im Raum, als Jim Besuch von zwei jungen Männern bekommt, die sich als seine Brüder vorstellen. Jims ablehnende Haltung beschwichtigen die beiden mit dem Argument, er sei wohl zu klein gewesen damals, um sich erinnern zu können. Jim flieht aus der Anstalt. Marins Suche unter der in seiner Patientenakte angegebenen Adresse führt sie zunächst zu den angeblichen Brüdern. Jim findet sie in einem leer stehenden Motel wieder. Gemeinsam ziehen Marin und Jim in einer verwaist wirkenden Stadtlandschaft von einem verlassenen Gebäude zum nächsten. Auf der Suche nach der eigenen Vergangenheit. Oder auf der Flucht vor ihr. Ein Film über Verdrängung und Erinnerung, Vergangenheit und mögliche Neuanfänge, über Identität und die Suche von jugendlichen Außenseitern nach ihrem Platz. Atmosphärisch in Szene gesetzt wie ein Tagtraum: das eigentümliche Rauschen, das nicht allein den Verkehr der Schnellstraßen wiedergibt, eine Kamera, die sich die Zeit nimmt, sich für einen Vogel zu interessieren, oder für Baumkronen im Gegenlicht.

USA 2009, 77 Min

von

Matthew Hysell

mit

Najarra Townsend
Cory Knauf