Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Perspektive Deutsches Kino

Hans im Glück

Berlin Playground

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HANS IM GLÜCK

Zwanzig Jahre nach dem Mauerfall. Hans Narva, laut Pass Torsten Müller-Fornah, heute 40, ist Musiker, Nostalgiker und Kapitalismus-Verweigerer, in jedem Fall ein echtes Berliner Urgestein. Er verbrachte sein ganzes Leben in Ost­-Berlin, die erste Hälfte im Sozialismus, die zweite Hälfte im Kapitalismus. Obwohl sich sein Lebensmittelpunkt seit seiner Geburt nicht merklich verändert hat, lebt er heute in einer völlig anderen Welt. Mit 14 Jahren wurde Hans wegen Aufrufs zur Meuterei eingesperrt, mit 40 Jahren steht er nach zwei Bewährungsstrafen wegen Fahrens ohne Führerschein zum wie­der­hol­ten Mal vor Gericht. Um die Ursachen seines attestierten Auto­ri­täts­pro­blems zu ergründen, begibt er sich mit uns auf eine Reise in seine Ver­gan­genheit, die geprägt ist von einem komplizierten Familiengeflecht, dem Mauerfall und der Berliner Musikszene.
Der Soundtrack zu seinem Leben ist die Musik, die Hans (mit)verantwortet hat und die seine jeweiligen Lebensstationen widerspiegelt. Sie ist sein Zufluchtsort und zugleich ein Dokument der jeweiligen Zeit. Der Song seiner Band Herbst in Peking „Wir leben in der Bakschischrepublik“ wurde 1989 zur Hymne der Wende. Das Engagement bei den Inchtabokatables rettete ihm vorübergehend das Leben. Mit Jens Friebe arbeitet er schon lange zu­sammen. The Crack-up Collective kannte man in der „Berliner Szene“, auch ohne Plattenvertrag. Mit Hands-up Excitement verbrachte er den Großteil des Jahres 2008 und eröffnete sein Geburtstagskonzert zum 40-sten.
Der Film gibt einen Einblick in das Leben eines Individualisten. Er begleitet Hans durch Berlin und sein Leben zwischen Ost und West, auf der Suche nach Idealen, nach Heimat und nach den Bergspitzen, die das Leben zwischen den Tälern des Alltags in einer Großstadt füllt.

Deutschland 2009, 60 Min

von

Claudia Lehmann