Berlinale: Pressemitteilungen


Pressemitteilungen 2007

Preise und Ehrungen

17.02.2007:
Perspektive Deutsches Kino: Dokumentarfilm Prinzessinnenbad von Bettina Blümner gewinnt „Dialogue en perspective“

Junge deutsch-französische Jury von TV5MONDE und dem Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) verleiht zum vierten Mal unabhängigen Jurypreis

Im Rahmen der Preisverleihung der unabhängigen Jurypreise der Berlinale hat eine junge deutsch-französische Jury heute den „Dialogue en perspective“ an den Film Prinzessinnenbad von Bettina Blümner vergeben. Die Jury wurde 2004 vom französischen Fernsehsender TV5MONDE gemeinsam mit den Internationalen Filmfestspielen Berlin initiiert und vergibt den Preis in Zusammenarbeit mit dem DFJW nun zum bereits vierten Mal an einen Film aus der Sektion Perspektive Deutsches Kino.

Die sieben deutschen und französischen Jurymitglieder zwischen 18 und 29 Jahren haben gemeinsam mit der Juryvorsitzenden Mathilde Bonnefoy, die 1999 den Deutschen Filmpreis als Cutterin des Kultfilms Lola rennt gewann, alle Beiträge der Berlinale-Sektion Perspektive Deutsches Kino mit jungem, interkulturellem Blick gesichtet. Warum am Ende Prinzessinnenbad alle am meisten begeistern konnte, begründet die Jury wie folgt: „Der Preis ‚Dialogue en Perspective’ geht an einen dokumentarischen Film, der die Poesie alltäglicher Geschichten offen legt. Dem Film gelingt es, die Intimität und das Wesen der Protagonisten derart zu berühren, dass die Distanz zur fremden Wirklichkeit überwunden werden kann.“

Eine lobende Erwähnung geht an einen Film, der das Dokumentarische in der Fiktion verankert. Hotel Very Welcome von Sonja Heiss beeindruckt durch die Leichtigkeit, mit der er zeigt, wie sich die persönlichen Fragen der fünf Figuren nach dem Sinn ihres Lebens in den Begegnungen mit einem fremden Land spiegeln. Die beiden ausgewählten Filme überzeugen durch ihren innovativen Umgang mit den erzählerischen Mitteln des Dokumentarischen und des Fiktionalen.

Auch in diesem Jahr ging es TV5MONDE und dem DFJW wieder darum, mit der Vergabe des unabhängigen Jurypreises „Dialogue en perspective“ in der Sektion Perspektive Deutsches Kino den cineastischen Dialog zwischen jungen Deutschen und Franzosen zu fördern: „Es ist eine wunderbare Gelegenheit für TV5MONDE, mit einer jungen Jury auf einem weltbekannten Filmfestival den deutsch-französischen Dialog sowie zugleich den interkulturellen Austausch über den deutschen Film anzuregen. Ein solches Engagement, das zudem ganz im Zeichen der Jugend steht, ist für uns als internationaler Sender sehr wichtig. Die Nähe zur allgemeinen Öffentlichkeit und zu unseren Zuschauern ist eine der Prioritäten im Rahmen unseres Senderprofils und gibt TV5MONDE die Möglichkeit, sich einen festen Platz in der deutschen Medienlandschaft zu sichern. Diesem Vorhaben entspricht zum einen unsere jährliche Partnerschaft mit der Berlinale und zum anderen unsere Programmgestaltung während des gesamten Jahres, indem wir dem deutschen Publikum dank gezielter Untertitelung den französischen Film näher bringen. Dieses Engagement wird durch unsere junge Jury widergespiegelt, die im Gegenzug einen zum Teil sehr französischen Blick auf das deutsche Kino wirft“, so Fabrice Grandhomme, Managing Director TV5MONDE.

Die Generalsekretäre des DFJW, Dr. Eva Sabine Kuntz und Max Claudet: „Auch in diesem Jahr war der Austausch zwischen den deutschen und den französischen Jurymitgliedern sehr intensiv: es ging um Filmtechniken, um Inhalte, um Drehbücher, um Regie und Schauspieler. Hitzige Wortwechsel und leidenschaftliche Diskussionen haben gezeigt, dass der deutsche Film jede Menge Gesprächsstoff bietet, und der Dialog den jungen Cineasten aus Deutschland und Frankreich neue Perspektiven eröffnet."

Auch für Alfred Holighaus, Leiter der Sektion Perspektive Deutsches Kino, war es wieder spannend und interessant, wie sich die Jury entscheiden würde: "Der junge Preis, der von einer jungen Jury vergeben wird, geht nun schon zum zweiten Mal an einen Dokumentarfilm. Und im Mittelpunkt stehen diesmal junge Menschen, die einem erstaunten Publikum zeigen, wie man aus einem Problembezirk einen lebens- und liebenswerten Ort macht. Das öffnet Grenzen – nicht nur innerhalb Berlins."

Der Preisträgerfilm wird im Herbst 2007 beim Festival des deutschen Films in Paris vorgestellt.

Synopsis Prinzessinnenbad:

Im Mittelpunkt des Films stehen die Teenager Klara, Mina und Tanutscha aus Berlin-Kreuzberg. Die drei kennen sich seit dem Kindergarten und sie verbindet viele Gemeinsamkeiten. Sie sind 15 Jahre alt, beste Freundinnen und verbringen den Sommer im Prinzenbad, einem großen Freibad inmitten ihres Stadtteils, ihrem Prinzessinnenbad. Die drei fühlen sich "erwachsen", behaupten von sich, die Kindheit schon lange hinter sich gelassen zu haben.

Was aber die persönliche und familiäre Entwicklung der drei Mädchen an geht, so zeigt sich, dass das Leben der drei unterschiedlicher kaum sein könnte. Prinzessinnenbad ist ein Film über die Sehnsucht nach Liebe und Halt. Was die Mädchen in ihren eigenen Familien schmerzlich vermissen, versuchen sie in ihren Freundschaften zu finden. Mit ihrem unverfälschten Charme und ihrer ruppigen und frühreifen Art verschaffen sich Klara, Mina und Tanutscha dennoch Respekt und wählen ihren eigenen Weg.

Kurz-Synopsis Hotel Very Welcome:

Hotel Very Welcome ist ein Spielfilm mit dokumentarischen Elementen. Er erzählt in vier Episoden die Geschichten von Travellern in Asien, die eines verbindet: Sie wollten alle weg aus ihrer Heimat, und wissen nun nicht, was sie mit ihrer Freiheit anfangen sollen.



Presseabteilung
17. Februar 2007