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EXTRANJERA

In einer kargen, ausgetrockneten Gegend am Ende der Welt nimmt das Drama nach Euripides' Tragödie "Iphigenie in Aulis" seinen Lauf: Ein Vater beschließt, das Leben seiner Tochter zu opfern, damit die unerträgliche Dürre ein Ende haben möge.
Ein Film von großer Intensität, für alle Sinne. Ein Film, der das Physische, die Materialität der Dinge und der Körper hervorhebt. Ein Film, der das Drama nicht zuallererst in der Sprache stattfinden lässt. Eine Tragödie ohne viele Worte, ohne Chor und Monologe. Wo die Augen hinschauen: Steine, nichts als Steine. Unbarmherzige Hitze, gleißendes Sonnenlicht, starker Wind, kein Wasser, tote Tiere - es geht ums Überleben. Elementare Kräfte walten, die großen Einfluss auf die Menschen und ihr Tun haben. Die Präsenz der Natur ist gewaltiger als der Widerstand von Ifigenia, die, zur Fremden gemacht, an allem Schuld sein soll. In einer trägen, brütenden Atmosphäre verstreicht die Zeit, und alle warten, bis das Ungeheuerliche geschieht. Ohne plump aktualisiert zu werden, erweist sich der antike Mythos in Extranjera als zeitgenössischer Stoff. Mehr als Schuld und Verantwortung rückt eine andere Frage ins Zentrum: Welche Rolle spielt der/die/das Fremde?
Birgit Kohler

Argentinien / Griechenland / Polen 2007, 80 Min

von

Inés de Oliveira Cézar

mit

Carlos Portaluppi
Agustina Munoz
Eva Bianco
Aymara Rovera
Maciej Robakiewicz
Agustin Rittano
Agustin Ponce