Berlinale: Pressemitteilungen


Pressemitteilungen 2006

Selling Democracy

25.11.2005:
Berlinale-Reihe Selling Democracy III – Friendly Persuasion

Nach Welcome Mr. Marshall (2004) und Winning the Peace (2005) wird die auf drei Jahre angelegte Filmreihe Selling Democracy bei den 56. Internationalen Filmfestspielen Berlin abgeschlossen. Unter dem Titel Friendly Persuasion steht 2006 die Veränderung Westeuropas nach dem Zweiten Weltkrieg durch das Vorbild des „American way of life“ im Mittelpunkt.

Der inhaltliche Schwerpunkt von Selling Democracy III – Friendly Persuasion liegt auf den filmischen Reflexionen der eingreifenden Veränderungen des Alltagslebens – die Stichworte dazu sind zunehmende Modernisierung und Technisierung. Sie wurde als „Amerikanisierung“ wahrgenommen und in Filmen vielfältig aufgegriffen, nicht zuletzt in Komödien. Doch finden sich auch Beispiele aus der DDR und der UdSSR, in denen die amerikanische Präsenz in Europa propagandistisch angeprangert wurde. Westdeutsche Filme nehmen sich des Themas selten und dann mit skeptischem Grundton an.

„Die Amerikanisierung Europas ist nicht nur ein kulturpessimistischer Topos, sondern auch eine vom überwiegenden Teil der Bevölkerung freudig begrüßte Realität der Nachkriegsjahre“, sagt Rainer Rother, Kurator von Selling Democracy III. Der letzte Teil der Berlinale-Reihe zeigt vorrangig Spielfilme, die ein verändertes Europa widerspiegeln. Im Rahmen dieser Retrospektive werden z.B. Jacques Tatis Tatis Schützenfest (1947), Charles Crichtons The Battle of the Sexes (1959) oder Billy Wilders Eins, zwei, drei (1961) vorgeführt. Im Vorprogramm laufen jeweils dokumentarische Filme – aus den Produktionen des Marshall-Plans ebenso wie ausgesprochene Anti-Marshall-Plan-Filme.

Berlinale-Direktor Dieter Kosslick: „Selling Democracy verspricht auch in seiner dritten Runde wieder eine spannende Auseinandersetzung mit der politischen Neuorientierung Europas nach dem Zweiten Weltkrieg. Neben dem Demokratisierungsprozess hat der Marshall-Plan auch zahlreiche Weichen für die kulturelle Orientierung vieler Länder gestellt.“

Zum Abschluss des Projekts Selling Democracy veröffentlicht die Bundeszentrale für Politische Bildung zusammen mit den Partnern der Retrospektive (Berlinale, Deutsches Historisches Museum, Bundesarchiv-Filmarchiv) eine DVD-Edition. Sie ist für den Einsatz im Schulunterricht vorgesehen und soll einen filmischen Ausblick auch über die unmittelbare Marshall-Plan-Periode hinaus geben.

Presseabteilung

25. November 2005