Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Perspektive Deutsches Kino

Warum halb vier?

why three.thirty - you'll never walk alone

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WARUM HALB VIER?

Samstag, halb vier. Ein Stadion … ein Spiel … und Millionen von Zuschauern. Warum pilgern sie jede Woche weltweit in die Fußballstadien? Der Dokumentarfilm von Lars Pape zeigt, welche Rolle Fußball im Leben der beiden alten Freunde Manni und Heinz und des Schauspielers Joachim Król einnimmt. Alle drei besitzen eine individuell motivierte, emotionale Verbindung zum Phänomen Fußball. Über Fußball reden heißt hier stets auch, über das Leben zu reden.
Für Joachim Król ist Fußball stark mit der Geschichte seiner Kindheit und seines Vaters verknüpft; ihre gemeinsamen Stadionbesuche und die damit verbundenen Rituale ermöglichten die Kommunikation von Gefühlen zwischen Vater und Sohn. Joachim Król erlebte so als junger Mann zum ersten Mal, dass sein Vater sich erlaubte zu weinen – weil sein Verein abgestiegen war. Zudem richtet er den Blick des Künstlers auf die Bühne des Fußballs. Für ihn ist das Fußballstadion einer der letzten großen Versammlungsräume, in dem sich menschliche Sehnsüchte nach Gemeinsamkeit und Emotionen erfüllen.
Die Geschichte von Manni und Heinz beginnt auf einem Provinz-Sport­platz, über dem der verwehte Charme der 50er Jahre liegt. Hier lernten sie sich kennen, als sie in ihrer Jugend gegeneinander spielten. Daraus entstand eine Freundschaft, mit deren Hilfe sie Höhen und Tiefen ihres Lebens überstanden haben. So bilden der mittlerweile etwas korpulente, lebenslustige Manni und der schlaksige Riese Heinz ein humorvolles, symbiotisches Pärchen.
Die weitere Spurensuche nach den verschiedenen Facetten des Kosmos Fußball führt zu den unterschiedlichsten Vertretern der heterogenen FußballGemeinde, die von normalen Fans über Ultras, den weiblichen Fan­club Girls United, den ehemaligen Nationalspieler Rudi Völler bis zu prominenten Fußballfans wie dem MTV-Moderator Markus Kavka und dem langjährigen Fassbinder-Assistenten Harry Baer und anderen reicht.

Deutschland 2005, 90 Min

von

Lars Pape