Berlinale: Pressemitteilungen


Pressemitteilungen 2005

Zusätzliches

01.02.2005:
Berlinale Events

Die Auseinandersetzung mit dem Medium Film findet nicht nur im Kino statt. In den unterschiedlichsten künstlerischen Genres dient Film als Basis für grenzüberschreitende Projekte. Die Berlinale sucht den Dialog und Austausch mit den Künsten. Unter Berlinale Events wird auch die Interaktion von Film und den bildenden Künsten mit verschiedenen Installationen und Performances aufgegriffen.

Der Film Abordage und die Show "Abordage 'Fire!'" von Kansai Yamamoto

Der japanische Modeschöpfer und Event-Künstler Kansai Yamamoto, der durch seine Performances auf öffentlichen Plätzen wie z.B. dem Roten Platz in Moskau bekannt wurde, stellt auf der Berlinale die filmische Dokumentation einer seiner jüngsten Aktionen vor. Außerdem wird er eine Live-Show am Potsdamer Platz inszenieren.

Die Dokumentation

Abordage, eingeladen als Berlinale Special, schildert die Entstehung seiner großen Event-Show, die in Tokio uraufgeführt wurde. Basierend auf Motiven der japanischen Geschichte inszenierte Yamamoto eine Seeschlacht, in der die Truppen des letzten Shogun Mitte des 19. Jahrhunderts kämpften.

In der anschließenden Live-Performance "Abordage 'Fire!'" im Forum des Sony Centers führen 12 Tänzerinnen in Kimonos einen traditionellen Nô-Tanz auf. Die aus alten Vintage-Kimonos gefertigten Kostüme hat Yamamoto selbst entworfen. Musikalisch wird die Performance getragen von Shonosuke Okura, dem Bighanddrummer und Star der japanischen Musik. Mitglieder der Okura Familie begleiten seit Generationen das Nô-Theater musikalisch. Außerdem Teil der künstlerischen Darbietung: das "Tetsudsu-Feuerwerk". Das mit den Händen gehaltene Rohrfeuerwerk hat eine lange Tradition und wurde ursprünglich zum Übermitteln von Nachrichten benutzt.

18. Februar

Film: 16.30 Uhr, CineStar 1

Show: 18.30 Uhr, Forum des Sony Center

Wörterbuch der Sinne:

Eine Videoinstallation zur Sprache des Films

Vier junge Künstler und Studenten aus Deutschland und Frankreich präsentieren Beiträge zur Sprache des Films: Angelehnt an das Wörterbuch der Brüder Grimm interpretieren die Videoarbeiten die Elemente Form, Farbe, Bewegung, Sound und Rhythmus.

Die Filme stammen von Baran Bo Odar, Augustin Gimel, Athanasios Karanikolas und Studio Soi. Das Raumkonzept wurde von Armel Réau entworfen. Eine Veranstaltung der Reihe Berlinale Special.

10. bis 20. Februar, täglich von 18 Uhr bis 23 Uhr (Freitags nur bis 22 Uhr), freier Eintritt

Ort: St. Johannes-Evangelist-Kirche.

In Kooperation mit dem Kulturbüro SOPHIEN.

Folgende Veranstaltungen finden im Rahmen des Forums statt:

4kitchens: Eine Rauminstallation mit Videoprojektionen von Meggie Schneider

In ihrer Installation 4kitchens implantiert die Künstlerin Meggie Schneider eine Küche in den öffentlichen Raum der Stadt, genauer: in das Atrium des Filmhauses. Die Kücheninstallation, an der sich Besucher und Gäste der Berlinale beteiligen können, gliedert sich in vier Themen: Küche 1 ("Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt") bietet Raum für Diskussionen über Film und Kochperformances. In Küche 2 ("Unser tägliches Brot gib uns heute") gibt es täglich Brot und Suppe für alle. Küche 3 ("Ich esse, also bin ich") erklärt den Besuchern die Welt, Küche 4 ("Ich esse gern") ist eine Hommage an den Hedonismus.

Zur Eröffnung findet eine Küchenperformance der Künstlergruppe "Cheap" statt. In den darauf folgenden Tagen werden jeweils in einer der vier Küchen um 11 Uhr Frühstücksgespräche mit Gästen und um 18 Uhr Kochperformances mit wechselnden Köchen veranstaltet.

10.-20. Februar 2005: täglich 11.00 Uhr und 18.00 Uhr

Ort: Filmhaus im Sony-Center, Foyer

„Ghost Machine“ – Ein Videowalk von Janet Cardiff und George Bures Miller

Die kanadischen Künstler Janet Cardiff und George Bures Miller entwickeln eigens für das Theater HAU 1 einen Videowalk. Jeder Zuschauer erhält eine Videokamera und Kopfhörer und hört einen vielstimmigen Soundtrack, während er auf der Kamera den Videobildern eines Rundgangs durch das Theater folgt. Die Räume des Theaters werden für die Zuschauer erlebbar – sowohl in der Realität als auch in Gestalt von Videobildern.

Janet Cardiff und George Bures Miller erhielten 2001 bei der Biennale von Venedig den Spezialpreis der Jury für ihre Installation "The Paradise Institute". Mit ihren Audio-Walks, unter anderem für das New Yorker Museum of Modern Art, haben die Künstler internationale Beachtung erlangt.

9.-12. Februar und 14. bis 19. Februar, 16.00 bis 24.00 Uhr

13. und 20. Februar: 12.00 bis 24.00 Uhr

Ort: HAU 1 (Stresemannstr. 29, Kreuzberg)

A.M./P.M.: Eine Video-Installation von Herman Asselberghs

Belgien, 2004, 47 Minuten

Fotos von Stadtlandschaften bewegen sich langsam durchs Bild: man sieht Büros, Wohnungen, dunkle Fassaden, erleuchtete Fenster, Hochhäuser. Zu hören sind Soundcollagen oder der Monolog einer Frau, die ihre Geschichte und die der Welt erzählt. Im Zentrum stehen aktuelle (Katastrophen-) Bilder und eine Reise nach Palästina. Ein minimalistischer audiovisueller Ansatz – ein komplexer Kommentar zu Fragen der Medialisierung und des Subjekts.

11. Februar bis 15. Februar, täglich 10.00 Uhr bis 22.00 Uhr

Ort: Black Box Area im Kino Arsenal im Filmhaus, Potsdamer Str. 2

What I’m Looking For: Video-Installation von Shelly Silver

USA 2004, 15min

Aus einer Kontaktanzeige der Künstlerin „Ich suche Personen, die sich gern in der Öffentlichkeit fotografieren lassen und dabei etwas von sich (ein Körperteil oder etwas anderes) enthüllen. Es handelt sich um ein Kunstprojekt. Außer dem Akt des Fotografierens gibt es keine weitere Beziehung.“ Das 15minütige High Definition Video ist das Ergebnis dieses Abenteuers – eine irgendwie fiktionalisierte Version der eigenartigen Intimitäten/Verbindungen zwischen den Subjekten und der Künstlerin. Es ist eine Geschichte an den Schnittstellen zwischen Öffentlichem Raum und dem Internet, Fotografie und bewegten Bildern, Begehren und dem Akt des Sehens. Es geht auch um eine Frau, die Männer fotografiert.

Ab dem 16. Februar, täglich 10.00 bis 22.00 Uhr

Ort: Black Box Area im Kino Arsenal im Filmhaus, Potsdamer Str. 2

Maximilian’s Darkroom: Video-Installation von Anne Quirynen

Deutschland, 2004, 6 Minuten

„Stay in the costume and stay in the frame“: Maximilian’s Darkroom macht den Betrachter zum Protagonisten seiner selbst: Inszeniert wird der einzelne in der Masse des Berlinale Publikums. Der Kopf des Zuschauers schließt die offene Rückseite der Black Box, sein Gesichtsfeld ist so groß wie die Leinwand, und nichts als sein Blick erfüllt den Raum. Eine Laterna Magica der besonderen Art, die die Frühzeit des Kinos als Avangarde begreift: Ein offener Raum der ästhetischen Grenzerfahrung. Die Übergänge vom Stummfilm zur Performance und zum Queer Cinema sind fließend. Denn es sind die Körper – die der ZuschauerInnen wie die der DarstellerInnen Antonija Livingstone und Antonia Baehr als Fritz und Iacob – die sich selbst, die Bühne und das Kino inszenieren.

Ab 11.2., täglich 10.00 bis 22.00 Uhr

Ort: Black Box Area im Kino Arsenal im Filmhaus, Potsdamer Str. 2

Themenfokus Afrika

Die diesjährige Berlinale widmet dem afrikanischen Kontinent einen sektionenübergreifenden Schwerpunkt. Im Rahmen der Berlinale Events findet ein Workshop statt, der das Marketing des afrikanischen Filmschaffens behandelt.

Workshop: We want you to want us – Smart Way of Marketing Cinema

Der Workshop bietet Regisseuren, Produzenten und Festivalmachern aus Südafrika, Nigeria, Benin, Kamerun, Senegal und Zimbabwe Gelegenheit, neue Strategien von Filmvermarktung aus ihren Ländern vorzustellen und zu diskutieren. Im Mittelpunkt stehen die unterschiedlichen Methoden des "audience development": die Entwicklung von Kinokultur in Zuschauerkreisen, die bislang kaum oder nur beschränkt Zugang zum Film hatten. Der Workshop wird in englischer Sprache abgehalten.

Termin: 15. Februar, 11.00 Uhr bis 19.00 Uhr

Ort: HAU 2 (Hallesches Ufer 32, Kreuzberg)

Presseabteilung

1. Februar 2005