Berlinale: Pressemitteilungen


Pressemitteilungen 2005

Wettbewerb

27.01.2005:
Wahnwitz und Alltag - Kurzfilme bei der Berlinale: Von der Strandidylle zur politischen Gegenwart

Die Berlinale bietet vielfach Gelegenheit, Handschriftenproben der unterschiedlichsten Regisseure zu studieren. Neben jungen Filmemachern, greifen auch etablierte Spielfilmregisseure immer wieder auf dieses Genre zurück. Die Berlinale hat für den Kurzfilm eine besondere Plattform geschaffen und neben einem eigenen Programm-Platz auch eine Kurzfilm-Jury berufen. Sie beurteilt sowohl die Filme des Wettbewerbs wie auch die des Panoramas. Neben den Bären vergibt sie den Prix-UIP für den besten europäischen Film aus beiden Programmen.

Kurzfilm-Jury 2005:

Gabriela Tagliavini (Argentinien)

Die in Argentinien geborene Regisseurin und Drehbuchautorin Gabriela Tagliavini feierte mit ihrem zweiten Spielfilm Ladies Night (2003) einen der größten Kinoerfolge in Mexiko. Gabriela Tagliavini drehte außerdem Kurzfilme und führte Regie bei TV-Produktionen. Mit dem Roman "Los colores de la memoria" („The Colors of Memory") erlangte sie auch als Schriftstellerin Beachtung.

Marten Rabarts (Neuseeland)

Der Neuseeländer Marten Rabarts war lange als Produzent und Drehbuchautor für Kino und Fernsehen tätig. Seit 2001 ist er Studienleiter am Amsterdamer Maurits Binger Film Institute. In dieser Funktion hat Rabarts maßgeblich zur Realisierung der Filmreihe Project 10 - Real Stories from a Free South Africa beigetragen, die 2004 im Forum ihre Premiere erlebte.

Susan Korda (USA)

Susan Korda ist als Cutterin, Drehbuchautorin und Regisseurin tätig. Für den Schnitt des Dokumentarfilms For all Mankind erhielt sie 1990 eine Oscar-Nominierung. 1999 stellte sie ihren Dokumentarfilm One of Us im Forum vor. Susan Korda lehrt unter anderem an der New Yorker Tisch School of the Arts und an der Internationalen Filmschule Köln.

Im Kurzfilmwettbewerb der 55. Internationalen Filmfestspiele sind acht Beiträge aus sieben Ländern programmiert, die um die Bären für den besten Kurzfilm konkurrieren. Die Preisverleihung findet am 15. Februar im Berlinale-Palast statt. Am 17. Februar findet außerdem die Short-Film-Night im CinemaxX 3 statt, in der alle Kurzfilme aus dem Wettbewerb, dem Panorama und dem Kinderfilmfest gezeigt werden.

Kira Muratova, eine der interessantesten russischen Gegenwartsregisseurinnen, schildert in Spravka (The Information) den wahnwitzigen Alltag in einem russischen Krankenhaus.

Gigolo (u.a. mit Amanda Lear) ist ein Abschlussfilm der Münchner Hochschule für Film und Fernsehen, gedreht von dem aus Zürich stammenden Fotografen Bastian Schweitzer. Im Film geht es um einen Araber in Paris, der sein Leben durch Prostitution finanziert: Ein Film, der das Elend eines Außenseiters präzise schildert.

The Intervention des Amerikaners Jay Duplass präsentiert sich als psychologisches Gruppendrama: Freunde wollen einen aus ihrer Mitte zum Eingeständnis seiner Homosexualität bewegen. In beklemmender Weise zeigt sich, wie vermeintliche Freundlichkeit Verletzung hervorbringt, die Forderung nach bedingungsloser Offenheit in Unmenschlichkeit mündet.

Der israelische Beitrag Don Kishot Be' Yerushalaim von Dani Rosenberg kleidet ein aktuelles Thema in Metaphernform: Es geht um die zwischen Israel und den Palästinensergebieten errichtete Trennmauer. Don Quichotte und Sancho Pansa rennen gegen das Bollwerk an.

Milk ist der Kurzfilm des Schotten Peter Mackie Burns, der außerdem mit seinem neuesten Projekt auf dem Talent Project Market vertreten ist.

Um die Mühen und die Monotonie der Erholung geht es in Killing the Afternoon der irischen Regisseurin Margaret Corkery, die das Strandleben an der irischen Küste ironisch in Szene setzt.

Child in Time der Slowenin Maja Weiss mischt religiöse Symbolik und Rockmusik: Zwei Kinder finden sich im Innenraum einer Kirche eingesperrt - Musik und der Filmtitel stammen von Deep Purple.

Von der Polin Izabela Plucinska stammt der zweite deutsche Beitrag, an dessen Produktion die HFF Potsdam und das Nipkow Programm beteiligt waren: Jam Session ist ein Animationsfilm in Knettechnik.

Filme des Wettbewerbs:

Child in Time von Maja Weiss

Slowenien, 15 Min.

Don Kishot Be’ Yerushalaim von Dani Rosenberg

Israel, 5 Min.

Gigolo von Bastian Schweitzer

Deutschland/ Schweiz , 15 Min.

The Intervention von Jay Duplass

USA, 15 Min.

Jam Session von Izabela Plucinska

Deutschland, 10 Min.

Killing the Afternoon von Margaret Corkery

Irland/ Großbritannien, 9 Min.

Milk von Peter Mackie Burns

Großbritannien, 10 Min.

Spravka (The Information) von Kira Muratova

Russland, 10 Min.

Presseabteilung

27. Januar 2005