Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Berlinale Special

Il deserto rosso

The Red Desert

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DIE ROTE WÜSTE

Mit IL DESERTO ROSSO begann die Zusammenarbeit zwischen Carlo Di Palma und Michelangelo Antonioni. Er war Antonionis erster Farbfilm und die kühlen Pastelltöne, das gebrochene Licht und der ferne Blick Monica Vittis sind die zentralen Attraktionen des Films.
Monica Vitti spielt Giuliana, die mit einem Ingenieur in einer lieblosen Ehe lebt. Nach einem Autounfall, der eher ein Selbstmordversuch war, bleibt sie eine Zeit lang im Krankenhaus. Bei allem was geschieht, lässt ihr Mann keine Emotionen erkennen. Dann taucht Corrado auf. Der Freund Ugos hört ihr zu und geht auf sie ein. Er versteht Giuliana. In seiner physischen Präsenz ist Corrado das genaue Gegenbild zu ihrem Mann. Corrado möchte sein Glück mit einer Fabrik in Südamerika machen. Doch ein Ausbruch aus Ehe und bürgerlicher Sicherheit oder eine Übersiedlung mit Corrado nach Südamerika kommen für Giuliana nicht in Frage.
Es ist die Geschichte eines Realitätsverlusts, die im Mittelpunkt von IL DESERTO ROSSO steht. Das Unglück ihrer Ehe beeinflusst Giulianas Wahrnehmung genauso wie die Veränderungen in ihrer Umwelt, die sie verstören. Schornsteine, Raffinerien, Halden, Kaianlagen, Industrieanlagen – in IL DESERTO ROSSO ist die Landschaft eine technische Idylle. Jedes Leben ist den Schauplätzen ausgetrieben. Wie Giuliana ihre Umgebung wahrnimmt wird zum zentralen Motiv des Films. Die suggestiven Kamerafahrten, die ausgefeilte Farbdramaturgie und das Licht, das immer gebrochen wird,
sollen zum Erkennungszeichen der Zusammenarbeit von Michelangelo Antonioni und Carlo Di Palma werden.

Italien 1964, 120 Min

von

Michelangelo Antonioni

mit

Monica Vitti
Richard Harris