Berlinale: Pressemitteilungen


Pressemitteilungen 2004

Wettbewerb

15.01.2004:
Eine Welt der Weltpremieren Minghellas Cold Mountain wird Festival eröffnen

Liebe und Krieg, es sind die ewigen Themen des Kinos, die auch die Berlinale am 5. Februar einläuten werden: Cold Mountain (Unterwegs nach Cold Mountain), bereits jetzt als heißer Oscar-Kandidat gehandeltes Bürgerkriegs-Epos von Anthony Minghella, soll den ersten Glanzpunkt des Festivals setzen. Den roten Teppich vor dem Festival-Palast werden zu den Eröffnungsfeierlichkeiten neben dem Regisseur auch die Hauptdarsteller Nicole Kidman und Jude Law beschreiten.

Auch das restliche Programm der 54. Internationalen Filmfestspiele Berlin (5. – 15.02.2004) nimmt nun zunehmend konkrete Züge an. Unter den 18 bislang für den Wettbewerb feststehenden Produktionen gibt es 12 Weltpremieren. Es finden sich auffällig viele politisch engagierte Filme: John Boorman erforscht in Country of my Skull die Geschichte der südafrikanischen Wahrheitskommission, die die Verbrechen der Apartheid verarbeiten helfen sollte; Eric Rohmer kommt mit dem politischen Thriller Triple Agent nach Berlin; Theo Angelopoulos beginnt mit Trilogia: To livadi pou dakrisi (Trilogie: Die Erde weint) seine epische, auf drei Filme angelegte Geschichte Griechenlands; Hans Petter Moland begleitet in Beautiful Country einen jungen Vietnamesen auf der Suche nach seinem amerikanischen Vater; und Ken Loach erzählt in Ae Fond Kiss eine Liebesgeschichte vor dem Hintergrund der kulturellen Konflikte im heutigen Schottland.

26 Filme insgesamt werden im Wettbewerb der Berlinale 2004 laufen, 22 davon werden um den Goldenen und die Silbernen Bären konkurrieren. Der deutsche Film wird auch bei der 54. Berlinale wieder stark präsent sein: Die verschiedenen Sektionen des Festivals zeigen insgesamt 56 deutsche Produktionen. Das gesamte Festival-Programm wird ab dem 26. Januar 2004 auf www.berlinale.de abrufbar sein.

Der Eröffnungsfilm Cold Mountain (Unterwegs nach Cold Mountain) ist ein, wie von Anthony Minghella (Der englische Patient) gewohnt, mit großer Starbesetzung inszeniertes Epos. Am Ende des amerikanischen Bürgerkriegs kennzeichnen Gewalt und Zerstörung die Landschaften, die der desertierte und verwundete Konföderierten-Soldat Inman (Jude Law) zu Fuß durchqueren muss, um zurück zu seiner Geliebten Ada (Nicole Kidman) zu gelangen. Die Auswirkungen von Krieg und Verwüstung haben überall tiefe Spuren hinterlassen, im Land und in den Seelen seiner Bewohner. Unterwegs nach Cold Mountain läuft außer Konkurrenz im Wettbewerb. Zur Festivaleröffnung werden neben dem Regisseur die Hauptdarsteller Jude Law und Nicole Kidman in Berlin erwartet.

Großbritannien ist mit den Weltpremieren zweier Regie-Meister im Wettbewerb vertreten: Der für sein sozial engagiertes Filmschaffen bekannte Ken Loach schildert in Ae Fond Kiss die Liebesgeschichte zwischen einer Katholikin und einem pakistanischen Einwanderer in Glasgow. Loach zeigt die kulturellen und familiären Konflikte dieser Beziehung als Spiegel der britischen Gegenwart. Die Hauptrollen spielen Eva Birthistle und Atta Yaqub.

Mit Country of my Skull thematisiert John Boorman eine der brisantesten politisch-historischen Entwicklungen auf dem afrikanischen Kontinent. In Südafrika fanden vor zehn Jahren die ersten freien Wahlen statt, Nelson Mandela wurde Präsident und leitete den Übergang vom Apartheid-Regime zu einem demokratischen Staat. In Country of my Skull begegnen sich ein schwarzer amerikanischer Journalist und eine weiße südafrikanische Journalistin bei den öffentlichen Anhörungen der Wahrheitskommission. Die gemeinsame Erfahrung der erschütternden Berichte bringt die beiden einander näher. Boormans Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Antjie Krog. In den Hauptrollen sind Samuel L. Jackson und Juliette Binoche zu sehen.

Der schwedische Regisseur Björn Runge zeigt als Weltpremiere im Wettbewerb Om jag vänder mig om (Daybreak). Ein einziger Abend verändert das Leben von vier Freunden. Mit viel Sinn für groteske Details erzählt, entfalten sich drei Episoden über Selbsttäuschungen und Lügen und andere menschliche Schwächen. Die Hauptdarsteller sind Pernilla August und Jakob Eklund.

Die drei Filme aus Frankreich sind allesamt Weltpremieren:

Meisterregisseur Patrice Leconte zeigt mit Confidences trop intimes (Intimate Strangers) eine psychologische Komödie. Eine junge Frau möchte ihre Eheprobleme mithilfe eines Psychologen bewältigen. Bei ihrem ersten Besuch irrt sie sich in der Tür und landet bei einem Steuerberater. Fabrice Lucchini, Sandrine Bonnaire und Anne Brochet spielen in den Hauptrollen.

Der französische Regisseur Cédric Kahn präsentiert mit Feux Rouges (Schlusslichter) die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Georges Simenon aus dem Jahr 1953. Kahn versetzt die Geschichte um ein Ehepaar in der Krise allerdings in das heutige Frankreich. Wegen eines Streits setzt ein von Carole Bouquet und Jean-Pierre Darroussin gespieltes Paar getrennt die Fahrt zum Feriencamp ihrer Kinder fort. Beide begegnen unabhängig voneinander einem entflohenen Kriminellen.

Eric Rohmer präsentiert im Wettbewerb einen politischen Thriller. Triple Agent spielt vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse im Jahr 1936. Der Spanische Bürgerkrieg bewegt Europa. Fiodor, ein junger Russe, hat mit seiner griechischen Frau in Paris Zuflucht gefunden. Er gibt offen zu, dass er als Agent tätig ist, schweigt aber über seine Auftraggeber. In den Hauptrollen sind Serge Renko, Katerina Didaskalu, Amanda Langlet und Emmanuel Salinger zu sehen.

Griechenlands bekanntester zeitgenössischer Regisseur Theo Angelopoulos präsentiert als Weltpremiere im Wettbewerb die griechisch-französische Koproduktion Trilogia: To livadi pou dakrisi (Trilogie: Die Erde weint). In der Erzählung über die jahrzehntelange Beziehung eines Mannes und einer Frau schildert Angelopoulos die Geschichte und das oft tragische Schicksal des griechischen Volkes im 20. Jahrhundert. Der Film ist der Auftakt einer Trilogie, die Handlung des ersten Teils beginnt mit dem Einmarsch der Roten Armee in Odessa 1919, d. h. mit dem damit einhergehenden Exodus der griechischen Gemeinde, und endet mit dem griechischen Bürgerkrieg nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Hauptrollen spielen Alexandra Aidini, Nikos Poursanidis und Georgios Armenis.

Die italienische Produktion Primo amore von Matteo Garrone ist als Weltpremiere im Wettbewerb. Erzählt wird die Geschichte eines Mannes, der zum Opfer seiner eigenen Instinkte wird und seine Partnerin in eine zerstörerische Beziehung drängt. Das Drehbuch entstand nach einer wahren Begebenheit. In den Hauptrollen spielen Vitaliano Trevisan und Michela Cescon.

Der norwegische Regisseur Hans Petter Moland zeigt im Wettbewerbsfilm Beautiful Country die Odyssee eines jungen Vietnamesen, der sich auf die Suche nach seinem amerikanischen Vater macht. Als illegaler Flüchtling landet er in New York. Die US-norwegische Koproduktion entstand nach einem Drehbuch von Sabina Murray und schildert eine Suche nach den eigenen Wurzeln und die Begegnung mit einer fremden Kultur. Die Hauptrollen spielen Damien Nguyen, Nick Nolte, Tim Roth und Bai Ling.

Als internationale Premiere im Wettbewerb läuft die US-Produktion Monster. Das Spielfilmdebüt der Regisseurin Patty Jenkins erzählt die auf Tatsachen beruhende Geschichte der Prostituierten Aileen Wuornos, die wegen des Mordes an sieben Männern 2002 hingerichtet wurde. Monster beschreibt auch die schwierige Liebesbeziehung zu einer Frau. Charlize Theron ist in der Rolle von Aileen Wuornos zu sehen, an ihrer Seite spielt Christina Ricci.

Der US-Independent-Regisseur Richard Linklater zeigt mit Before Sunset das Wiedersehen seiner Protagonisten aus Before Sunrise, der einen Silbernen Bären bei der Berlinale 1994 erhalten hat. Jesse (Ethan Hawke) und Céline (Julie Delpy) treffen sich rund zehn Jahre nach ihrer romantischen Begegnung in Wien in Paris wieder. Sie verbringen den Nachmittag miteinander und erzählen sich gegenseitig Erlebnisse und Erfahrungen. Before Sunset ist eine Weltpremiere im Wettbewerb.

Die US-amerikanische romantische Komödie Something’s gotta give (Was das Herz begehrt) wird außer Konkurrenz im Wettbewerb gezeigt. Hochkarätig besetzt, inszeniert Regisseurin Nancy Meyers augenzwinkernd und mit bissigen Dialogen den Kampf der Geschlechter. Die Hauptrollen spielen Jack Nicholson, Diane Keaton, Keanu Reeves und Frances McDormand.

Presseabteilung

15. Januar 2004