Berlinale: Jurys


Jurys 2004

Internationale Jury

Frances McDormand (USA)

Mit den Filmen der Regiebrüder Joel und Ethan Coen ist die Schauspielerin Frances McDormand zu einem Star des Independent-Kinos geworden. Für ihre Rolle in der Krimikomödie Fargo wurde sie 1997 mit einem Oscar ausgezeichnet. Auch im Theater ist Frances McDormand zu sehen: Oft mit Willem Dafoe in der berühmten New Yorker Wooster Group. Bei der diesjährigen Berlinale ist sie in Something's Gotta Give zu sehen.

Maji-da Abdi (Äthiopien)

Mit der Regisseurin und Produzentin Maji-da Abdi ist eine Vertreterin der jungen Generation afrikanischer Filmemacher in der Jury vertreten. In Äthiopien geboren, wuchs sie in Kenia und Kanada auf und kehrte in ihre Heimat zurück, um Dokumentarfilme zu drehen. Ihr Film The River that Divides (2001) berichtet von den Kriegserfahrungen äthiopischer Frauen. Als Produzentin betreute Maji-da Abdi u. a. den mehrfach prämierten Film Heremakono von Abderrahmane Sissako aus Mali.

Valeria Bruni Tedeschi (Italien)

Valeria Bruni Tedeschi gehört zu den renommiertesten Schauspielerinnen ihrer Generation. Die in Italien aufgewachsene und in Frankreich lebende Darstellerin wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. dem Darstellerpreis beim Locarno-Filmfestival 1996 für Nénette et Boni von Claire Dénis. Sie arbeitete mit Autorenfilmern wie Patrice Chéreau, Bertrand Blier, Marco Bellocchio u. v. m. Ihr Debüt als Regisseurin feierte sie mit Il est plus facile pour un chameau (2003).

Samira Makhmalbaf (Iran)

Die 24-jährige iranische Regisseurin gehört zu den großen Entdeckungen der internationalen Filmszene. Auf ihr aufsehenerregendes Regie-Debüt Der Apfel (1998) folgten die Cannes-Preisträgerfilme Schwarze Tafeln und Fünf Uhr Nachmittags sowie ihr Beitrag God, Construction and Destruction zum Episodenfilm 11’09’’01 – September 11. Für ihre politisch und visuell mutigen Filme wurde Samira Makhmalbaf mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet.

Peter Rommel (Deutschland)

Peter Rommel hat einige der interessantesten deutschen und internationalen Filme der vergangenen Jahre produziert. Mit dem Regisseur Andreas Dresen realisierte er 1998 Nachtgestalten und 2002 Halbe Treppe, beide Filme erhielten bei der Berlinale einen Silbernen Bären. 2002 wurde Peter Rommel von der European Film Promotion als „Producer on the Move“ vorgestellt. Rommel ist Gründungsmitglied der Deutschen Filmakademie und neben seiner Produzententätigkeit Gastdozent an der Film-Akademie Baden-Württemberg.

Gabriele Salvatores (Italien)

Seinen internationalen Durchbruch feierte Gabriele Salvatores mit Mediterraneo, für den er 1992 den Auslands-Oscar erhielt. Mit dem Teatro d’Elfo gründete der renommierte Film- und Bühnenregisseur 1972 in Mailand eines der wichtigsten Theater in Italien. Seine Kinokarriere startete 1983 mit Sogno di una notte d’estate. 2003 präsentierte er im Wettbewerb der Berlinale den aus der Perspektive eines Kindes erzählten Politthriller Io non ho paura (Ich habe keine Angst).

Dan Talbot (USA)

Seit über vierzig Jahren bereichert der engagierte New Yorker Kinomacher und Verleiher mit europäischen Arthousefilmen und US-Independent-Produktionen im Big Apple die Filmkultur. Sein unabhängiger Verleih „New Yorker Films“ verhalf schon Fassbinders Filmen in den USA zum Kinostart. Das 1981 am Broadway eröffnete Lincoln Plaza Cinema, wo The Buena Vista Social Club über 26 Wochen lief, gehört zu den erfolgreichsten Filmkunsttheatern der Welt.

Internationale Kurzfilmjury

Christine Dollhofer (Österreich)

Die renommierte Publizistin und Theaterwissenschaftlerin hat zahlreiche Filmreihen und -festivals organisiert, u. a. als Geschäftsführerin des Wiener Programmkinos Filmcasino. Von 1997 bis 2003 war sie Festivalleiterin der Diagonale in Graz. Nach Diskrepanzen um das Festival schied sie aus und gründete in Linz das Crossing Europe Filmfestival, das erstmals im Mai 2004 stattfand.

Sophie Maintigneux (Deutschland)

Die in Paris geborene und in Berlin lebende Kamerafrau Sophie Maintigneux hat seit 1984 über 50 Spiel- und Dokumentarfilme fotografiert, u. a. für Eric Rohmer (Das grüne Leuchten) und Michael Klier (Heidi M). Sie erhielt neben anderen Auszeichnungen den Femina Filmpreis 2001 und den Deutschen Kamerapreis 2003 für den Dokumentarfilm Damen und Herren ab 65.

Vinca Wiedemann © Jan Buus

Vinca Wiedemann (Dänemark)

Die Absolventin der Dänischen Filmakademie ist seit 1999 beim Dänischen Filminstitut für die Unterstützung von Produktion und Entwicklung zuständig. Seit kurzem ist sie Künstlerische Leiterin der neuen Abteilung „Talent Development“. Wiedemann betreute Projekte der namhaftesten dänischen Regisseure; u. a. Lars von Trier, Lone Scherfig, Lukas Moodyson, Susanne Bier und Thomas Vinterberg.

Ehrenauszeichnungen des Festivals

Die Empfänger der Ehrenauszeichnungen des Festivals werden nicht von einer Jury bestimmt, sondern von der Festivalleitung selbst.

Kinderjury

Über die Vergabe der Gläsernen Bären im Wettbewerb des Kinderfilmfests entscheidet eine elfköpfige Kinderjury zwischen 11 und 14 Jahren. Sie wird über im Vorjahr eingereichte Filmfragebögen von der Sektionsleitung ausgesucht und von der Festivalleitung offiziell berufen.

Jugendjury

Über die Vergabe der Gläsernen Bären im Wettbewerb 14plus entscheidet eine siebenköpfige Jugendjury zwischen 14 und 18 Jahren. Sie wird über im Vorjahr eingereichte Filmfragebögen von der Sektionsleitung ausgesucht und von der Festivalleitung offiziell berufen.

Internationale Jury Kinderfilmfest

Die Internationale Jury des Kinderfilmfestes vergibt den mit 7.500 Euro dotierten "Großen Preis des Deutschen Kinderhilfswerkes" an den besten Spielfilm. Der mit 2.500 Euro dotierte "Spezialpreis des Deutschen Kinderhilfswerkes" geht an den besten Kurzfilm.

In die Internationale Jury des 27. Kinderfilmfestes berufen wurden Pia Bovin, Fabia Bettini, Hermine Huntgeburth, Nicole Salomon und Klaus Härö.