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Panorama

Le ultime ore del Che

Che - The Last Hours

CHE: DIE LETZTEN STUNDEN

Sein letzter Tagebucheintrag in der Nacht vom 7. Oktober 1967 lautete: „Gegen zwei Uhr machten wir Halt, denn es war nutzlos, weiterzugehen.“ Da hatten die Guerilleros, mit denen Che Guevara seit Wochen auf der Flucht vor einer bolivianischen Spezialeinheit war, sich nahe der bolivianischen Siedlung La Higuera in einer unwegsamen Schlucht verborgen. Das Versteck wird zur Falle, als das Militär die Schlucht abriegelt und es zu einem Schusswechsel kommt, bei dem Che von einem Querschläger verletzt wird. Mit „Tenemos papa“, „Wir haben den Papst“, wird die Nachricht seiner Gefangennahme kurz darauf an die 8. Division und das Armeehauptquartier weitergeleitet. Mit der Meldung „Papa Cansado“, „Der Papst ist müde“, verschlüsselt Radio La Paz die Meldung von der Festnahme des Revolutionärs. 36 Jahre später ist die Erinnerung der überlebenden Zeugen seiner Verhaftung keineswegs blasser geworden.
In seinem Film rekonstruiert der Regisseur Romano Scavolini die letzten Stunden des noch am Ort seiner Festnahme Hingerichteten. Er fand Hinweise, dass die Stasi einer bolivianischen Militärdelegation den entscheidenden Tipp gab, dass Guerilleros im Grenzgebiet zwischen Peru und Bolivien Aktionen vorbereiteten, und er sprach mit einer Lehrerin, der es möglich war, mit dem schon gefangenen Che unbeobachtet ein paar Worte zu wechseln. Unter den zahlreichen Interviewten ist auch die Krankenschwester, die den später zur Schau gestellten Leichnam des Revolutionärs waschen musste. Der Anblick von Ches offenen Augen verfolgt sie noch heute: „Ich spürte, wie er direkt in mein Herz sah. Er war wie Jesus Christus!“

Italien 2003, 60 Min

von

Romano Scavolini

Weltvertrieb

Adriana Chiesa Enterprises SRL