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Fresh Art Daily

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Jan Peters, ein Deutscher auf Amerika-Reise, findet auf einem Hubschrauber-Schrottplatz in der Wüste von Arizona ein kleines Gemälde, das ihn neugierig macht. So beginnt eine lange Reise durch die USA, die ihn schließlich nach Brooklyn ins Atelier des Malers Steve Keene führt. Steve Keene produziert Kunst wie am Fließband und verkauft die Bilder äußerst günstig in alle Welt. Als er z. B. 1999 zu Gast im Kölner Museum Ludwig war, malte Keene in drei Monaten fast 9.000 Bilder und verkaufte sie zu Preisen zwischen 5 und 7 Mark. Über den Künstler, dem zahlreiche Einzelausstellungen gewidmet wurden, schreiben die Filmemacher:
„Steve Keenes kultureller Hintergrund ist das Milieu der Independent Rock-Musiker. Von hier aus entwickelte er die Vorstellung, bildende Kunst in einen der populären Musik vergleichbaren Zusammenhang zu stellen: seine Bilder wie Schallplatten zu verbreiten. Es wird deutlich, dass seine Arbeit nicht bloß aus dem Milieu schöpft, sondern andererseits auch in Arbeit und Lebenswelt anderer, auch international bekannter Künstler einfließt.
Die handwerkliche Massenproduktion, die Vertriebswege seiner Bilder und die Möglichkeit, originale Werke günstig kaufen zu können, das alles macht Steve Keenes Kunst zu einem großen und langfristigen Experiment auf dem Terrain der ganzen amerikanischen Gesellschaft. Mit diesem Projekt lässt sich das Phänomen der Popkultur und ihre Verbreitung in der Gesellschaft ebenso spielerisch wie genau beschreiben.“

Deutschland 2004, 80 Min

von

Thomas Schlottmann, Andreas Geiger