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Dieses Jahr in Czernowitz

This Year in Czernowitz

DIESES JAHR IN CZERNOWITZ

Czernowitz, eine entlegene Stadt in der Mitte Europas. Als Hauptstadt des Kronlandes Bukowina war sie einst Teil der österreichisch-ungarischen Monarchie. Hier lebten Menschen verschiedener Nationalitäten, Sprachen und Kulturen miteinander: Ukrainer, Rumänen, Deutsche, Polen, Huzulen. Beinahe die Hälfte der einst 150.000 Einwohner von Czernowitz waren Juden.
Der Süden der Bukowina gehört heute zu Rumänien, der Norden mit Czernowitz/Chernivtsi zur Ukraine. Dort drehte Volker Koepp vor sechs Jahren den Film HERR ZWILLING UND FRAU ZUCKERMANN. Rosa Roth-Zuckermann und Mathias Zwilling waren zwei der letzten noch im alten Czernowitz geborenen Juden, die den Krieg und die Lager Transnistriens überlebt hatten und in ihrer Stadt geblieben waren.
Die im vergangenen Jahrhundert aus der Bukowina geflüchteten Juden haben Exil in vielen Teilen der Welt gefunden. In ihren Familien wirken die Erinnerungen an Menschen, Lebenswelten und Landschaften nach. Mit Emigranten und deren Nachkommen kehrt der Film DIESES JAHR IN CZERNOWITZ dorthin zurück. Der Cellist Eduard Weissmann macht sich von Berlin aus auf den Weg, aus Wien kommen die Schwestern Evelyne Mayer und Katja Rainer, aus New York der Schauspieler Harvey Keitel und der Schriftsteller Norman Manea. Die Fahrt zu den mythischen Orten ihrer Herkunft führt sie nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch in die Gegenwart, zu Menschen, die heute in Czernowitz leben, zur ukrainischen Studentin Tanja und dem beinahe 90-jährigen Deutschen Johann Schlamp.

Deutschland 2004, 134 Min

von

Volker Koepp