Berlinale: Pressemitteilungen


Pressemitteilungen 2003

Perspektive Deutsches Kino

13.01.2003:
Perspektive Deutsches Kino – Die Mischung macht’s

Auch auf den 53. Internationalen Filmfestspielen Berlin spielt der deutsche Film wieder eine wichtige Rolle. Neben einer erneuten deutlichen Präsenz des deutschen Films im Wettbewerb, neben den aufregenden Entdeckungen deutscher Filme in den Sektionen Panorama und Forum, bietet auch die im letzten Jahr gegründete Reihe Perspektive Deutsches Kino wieder ein attraktives Programm. Die Reihe, die angetreten ist, Filme und ihre Macher vorzustellen, die das Zeug haben, die Zukunft des deutschsprachigen Kinos mit zu gestalten, wurde in diesem Jahr um eine Vorstellung erweitert. Neben den schon traditionellen beiden Abendvorstellungen wird es nun noch eine zusätzliche Nachmittagsschiene geben. Damit reagiert die Berlinale nicht nur auf den großen Publikumsandrang, sie schafft auch den zehn Programmen der Reihe die Möglichkeit, neue Zuschauer zu erreichen.

Die inhaltliche Mischung der Reihe ist auch in diesem Jahr wieder spannend und abwechslungsreich. Vom Dokumentar- bis zum Spielfilm, vom Hochschuldebüt bis zum improvisierten Experiment im neuen Digital-Format ist alles vertreten. Die ersten sechs Beiträge stehen mittlerweile fest.

Eröffnet wird die Reihe am 7. Februar mit dem Kinodebüt des für seine ersten TV-Arbeiten bereits preisgekrönten Regisseurs Stefan Krohmer Sie haben Knut. Krohmer erzählt in seinem so realistischen wie satirischen Ensemblefilm vom Lebensgefühl der achtziger Jahre zwischen politischem Anspruch und neuem Hedonismus. Das Lebensgefühl der heutigen Generation Mitte prägt die Geschichten der jungen Darsteller in Martin Gypkens Wir, dem ersten Film zur grassierenden Quarter-Life-Crisis.

Von der Gegenwart der deutschen Vergangenheit handeln zwei Dokumentarfilme im Programm. Bernau liegt am Meer von Martina Döcker erzählt eindrucksvoll von den Emanzipationsversuchen eines jungen Neonazis in der brandenburgischen Provinz. Während Bernd Fischers Grüße aus Dachau davon berichtet, wie sich eine Stadt mit schrecklicher Geschichte heute vergeblich um Normalität bemüht.

Aus Köln kommen zwei Beispiele für den originellen Umgang mit der neuen Digital-Technik. Science Fiction von Franz Müller lässt zwei Schauspieler unvermeidliche Konflikte in einer märchenhaft-schrecklichen Geschichte improvisieren. In Narren von Tom Schreiber, einem Projekt aus der Radikal-Digital-Reihe von Wim Wenders Road Movies Factory, erlebt der Held das bunte Treiben des Kölner Karnevals von seiner schwärzesten Seite.

Die Auswahl zur Perspektive Deutsches Kino wird in den nächsten Tagen abgeschlossen.

13. Januar 2003