Berlinale: Pressemitteilungen


Pressemitteilungen 2003

Kinderfilmfest

16.01.2003:
Kinderfilmfest 2003

Mit 14 Spielfilmen und 16 Kurzfilmen präsentiert das 26. Kinderfilmfest der Internationalen Filmfestspiele eines der umfangreichsten Programme seiner Geschichte. Zahlreiche Welturaufführungen und sechs Spielfilmdebuts belegen einmal mehr die Anziehungskraft dieses Festivals auf nationaler und internationaler Ebene.

Zur Eröffnung am 7. Februar 2003 um 16.00 Uhr wird der dänische Film Hodder der Nachtschwärmer (En som Hodder) in Anwesenheit des Regisseurs Henrik Ruben Genz und der beiden Hauptdarsteller Frederik Christian Johansen und Anders Lunden Kjeldsen gezeigt. Eines Nachts erteilt eine Fee einem neunjährigen Jungen den Auftrag, die Welt zu retten. Obwohl er findet, dass es dafür weitaus geeignetere Kandidaten gäbe, nimmt Hodder die Herausforderung an. Die gleichnamige Romanvorlage von Bjarne Reuter wurde 2000 mit dem deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.

Ein zweiter Beitrag aus Israel schildert eindringlich den Alltag in einer von Umbrüchen geprägten Gesellschaft. In Unter Wasser (Abba Shahor Lavan) von Eitan Londner setzt die vierzehnjährige Michal alles daran, ihren Vater wieder zu treffen. Der lebt inzwischen den Alltag eines orthodoxen Juden. Aber Michal stellt seinen strengen Glauben in Frage und erahnt dahinter bereits den Menschen, den sie braucht.

Auch die Helden von Imanol Uribes Beitrag Carols Reise (El Viaje de Carol) müssen sich in der komplizierten Welt der Erwachsenen zurechtfinden. In der Endphase des spanischen Bürgerkriegs erlebt ein Mädchen, wie viel Halt ihr die Freundschaft dabei geben kann. Getragen wird diese Geschichte insbesondere durch die herausragenden schauspielerischen Leistungen von Clara Lago und Juan José Ballesta, die beide Gäste des Kinderfilmfestes sein werden.

Pelle das Polizeiauto (Pelle Politibil) ist eine schwungvoll erzählte Komödie des norwegischen Regisseurs Thomas Kaiser. Auf der Jagd nach den Dieben ihres neuen Fahrrads will Maria fast schon aufgeben. Aber dann erfüllt sich ihr sehnlichster Wunsch: Im Kinderzimmer steht auf einmal Pelle, ein echtes sprechendes Polizeiauto, und bietet seine Hilfe an.

In Nenn mich einfach Axel (Kald mig bare Aksel) porträtiert die dänische Regisseurin Pia Bovin den Alltag in einer Vorortsiedlung aus dem liebenswerten Blickwinkel eines zehnjährigen Jungen. Mit unvoreingenommener Neugier macht Axel die Verständigung verschiedener Kulturen zu einem spielerischen Experiment: Aus Bewunderung für die coolen muslimischen Jungs aus der Nachbarschaft beschließt er, selbst einer zu werden.

Lost Heaven (The Dangerous Lives of Altar Boys), das Spielfilmdebut von Peter Care, zeichnet sich insbesondere durch das intensive Zusammenspiel der jugendlichen Darsteller mit ihrer Widersacherin aus. Als Schwester Assumpta brilliert hier Weltstar Jodie Foster, die diesen provozierenden Film aus den USA auch koproduziert hat. Reale und animierte Sequenzen vermischen sich und schicken das Publikum auf eine rasante Achterbahnfahrt der Gefühle.

Jannik Hastrup, der dänische Altmeister des Animationsfilms, gewährt mit seinem neuesten Werk Der Junge der ein Bär sein wollte (Drengen der ville gore det umulige) Einblick in das dramatische Leben im ewigen Eis. Mit unverwechselbarem Strich bebildert er seine archaische Erzählung über eine unvergessliche Begegnung zwischen Mensch und Tier.

An die jüngsten Zuschauer wendet sich ein Programm kurzer Animationsfilme, das ins Universum von kleinen und kleinsten Lebewesen eintaucht. Das Glühwürmchen (Jàotarpiòs) hat mit einem Wackelkontakt zu kämpfen, Der Elefant und die Schnecke (De Olifant en de Slak) müssen eine folgenschwere Begegnung ausbaden, und Der zu kleine Prinz (Le Trop Petit Prince) hat Schwierigkeiten mit dem Frühjahrsputz.

Im ersten der beiden Kurzspielfilmprogramme lernt der Zuschauer drei unterschiedliche Lebenswelten in stürmischen Zeiten kennen: Abbie, die einen Leuchtturm während großer Flut in Gang hält, David, der sich mit seiner komplizierten Mutter anfreunden muss, oder Simon und Rosh, die ihre Gefühle nicht mehr bändigen können. Das zweite Programm schildert mit beeindruckenden Bildern und fast ohne Worte stille Momente und sanfte Begegnungen von Heranwachsenden aus unterschiedlichen Kulturkreisen. Hier präsentiert die deutsche Regisseurin Anne Wild mit Nachmittag in Siedlisko bereits das zweite Jahr in Folge einen Kurzfilm beim Kinderfilmfest.

Dank der Unterstützung durch FOX KIDS, dem neuen Partner des Kinderfilmfestes, können auch dieses Mal wieder die meisten der jungen Hauptdarsteller nach Berlin kommen, eine einmalige Chance für spannende Begegnungen mit dem Publikum. Dazu Christophe Erbes, Geschäftsführer Fox Kids Germany GmbH: „Wir sind sehr stolz, die Berlinale und das Kinderfilmfest als aktiver Partner zu begleiten, unter anderem auch mit Kinderreportern vor Ort und auf unserer TV- und Internet-Plattform. Für uns als erfolgreiche Kinderunterhaltungsmarke hat gutes Kino einen ganz besonderen Stellenwert.“

Im Rahmenprogramm wird es in diesem Jahr erstmalig ein öffentliches Gespräch zwischen der Internationalen Fachjury und den Jungen Journalisten der Internetplattform www.kinderfilmfest.net geben.

16. Januar 2003