Berlinale: Pressemitteilungen


Pressemitteilungen 2003

Zusätzliches

28.01.2003:
Special Events

Special Events

Auch in diesem Jahr werden Informations- und Diskussionsveranstaltungen das Offizielle Programm der Internationalen Filmfestspiele Berlin erweitern. Die Special Events laden zu grenzüberschreitenden Diskussionen zu Film und Kino ein. Ästhetische und weltanschauliche Fragen werden hier neben wirtschaftlichen Aspekten des Filmemachens eine Rolle spielen.

Yasujiro Ozu: His Work, His Style, His Relevance Today

Begleitend zur Filmreihe mit Werken von Yasujiro Ozu werden am 10. Februar Experten den „Mythos“ Ozu diskutieren. Ozu gilt vielen als großer Lehrmeister, als Wegbereiter, als Prophet. Über kaum einen anderen Regisseur des japanischen Kinos sind so viele Bücher und Untersuchungen erschienen; kaum einer wurde und wird so leidenschaftlich verehrt, in Texten und Filmen beschworen. Seine Handschrift, sein spezifischer Stil und seine Weltsicht sind nach wie vor Themen im filmwissenschaftlichen Diskurs.

Framing Reality

Im Dunkel des Kinos erwachen die Sinne neu. Wie rezipieren wir Filme, und auf welche Weise bilden sich im Zuschauer neue Formen der Wahrnehmung, wenn sich die filmischen Mittel ändern? Framing Reality am 09. Februar widmet sich im Rahmen der Berlinale zum zweiten Mal dem Verhältnis von filmischer Illusion und außerfilmischer Realität. Zunächst geht es um die unmittelbarste Wirkung des Kinos: jene auf Augen und Ohren des Publikums. Die Diskussion Ohren-Blicke – Sound and Vision untersucht das Verhältnis von Bild und Ton, das verschiedene Formen annehmen kann: Im kommerziellen Hollywood-Kino dient der Film häufig als Plattform für einen chartverdächtigen Hit, während andererseits Dogma-Filmer bewusst auf jeden Ton verzichten, der nicht zum Geschehen gehört. Was macht die „richtige“ Tonspur aus? Filmkomponisten, Regisseure und Musikwissenschaftler streiten und diskutieren dazu. In der zweiten Podiumsdiskussion geht es um das Augen-Blinzeln – Bytes and Celluloid. Hier wird erörtert, wie sich die Sehgewohnheiten im Zeitalter der digitalen Räume verändern – und ob künftige Erzählformen gar die Grenzen der Leinwand überschreiten werden. Kann das Auge dem Tempo Stand halten oder wird es eine Renaissance des Langsamen, der „wirklichen“ Orte geben? Framing Reality ist eine Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Einstein Forum und der Bertelsmann AG.

4. Berliner Forum zur Filmwirtschaft: International Content Summit

Der Film als Wirtschaftsgut hat Widerstrebendes zu vereinen: Vermarktbar soll er natürlich sein, aber, da er gleichzeitig Kulturgut ist, auch eigenständig und im besten Sinne identitätsstiftend. Der International Content Summit befasst sich sowohl mit der inhaltlichen als auch der ökonomischen Seite der Filmproduktion. Filmemachern eröffnet sich durch die Globalisierung eine ungeahnte Vielfalt an Vertriebsmöglichkeiten. Auf der anderen Seite fragt sich, ob eine solche Vielfalt in Zukunft auch die Inhalte der Filme prägen wird. Welche Werte werden das 21. Jahrhundert bestimmen und haben sie universalen Anspruch? Wie werden sich hier die Filmschaffenden positionieren? Um Werte – Film – Gesellschaft wird es folglich in der ersten von zwei Podiumsdiskussionen am 11. Februar gehen. Globalization versus National Cinema lautet der Titel der zweiten Veranstaltung, die sich der Frage widmet, wie der Film als global zu verwertendes Wirtschaftsgut ein nationales oder kulturelles Profil bewahren kann. Ein Problem, das gerade deutschen Filmemachern und Filmfreunden bekannt sein dürfte – und in der Diskussion von Förderern und Produzenten aus verschiedenen Ländern erörtert wird.
Der International Content Summit ist eine Gemeinschaftsveranstaltung mit der Banff Television Foundation, der Botschaft von Kanada, der Friedrich-Ebert-Stiftung, Messe Berlin und NFP Neue Filmproduktion GmbH.

Poem

In Kooperation mit den 53. Internationalen Filmfestspielen Berlin präsentieren ottfilm und Trigger Happy Productions am 08. und 09. Februar Ralf Schmerbergs Film Poem. Poem ist eine emotionale Reise durch die Stationen des menschlichen Daseins: Liebe und Freundschaft, das Leid der Veränderung, die Angst vor dem Schicksal und die Freude am Leben. Der Film lädt zum Neuentdecken von 19 Gedichten deutschsprachiger Lyriker und Lyrikerinnen ein, wie zum Beispiel Hermann Hesse, Paul Celan, Ingeborg Bachmann, Georg Trakl und Heiner Müller. Für dieses ungewöhnliche Filmprojekt standen Meret Becker, Luise Rainer, Klaus Maria Brandauer, Jürgen Vogel, David Bennent und viele mehr vor den Kameras von 13 namhaften Kameraleuten wie Darius Khondji, Robby Müller, Nicola Peccorini und Franz Lustig.
Gedreht wurde am Strand von Rio de Janeiro, am Fuße des Himalaya, in Island, zu den Osterprozessionen in Spanien und auch in Berlin.

28. Januar 2003