Berlinale: Pressemitteilungen


Pressemitteilungen 2003

Berlinale Talent Campus

21.02.2003:
Erster Berlinale Talent Campus - ein großer Erfolg

Fachbesucher und Öffentlichkeit zeigen reges Interesse an Veranstaltungsprogramm im Haus der Kulturen der Welt.

Beim ersten Berlinale Talent Campus trafen sich vom 10. bis 14. Februar im Haus der Kulturen der Welt in Berlin 476 Filmemacher aus 61 Ländern. In Zusammenarbeit mit Filmboard Berlin-Brandenburg GmbH und UK Film Council organisierte die Master School Drehbuch diese Plattform für den Austausch zwischen hochkarätigen Profis aus der Filmbranche und aufstrebenden jungen Filmemachern.

Das fünftägige Programm bot insgesamt 68 Veranstaltungen und Workshops zu den verschiedenen Themenbereichen des Filmemachens – von der Drehbuchberatung und kreativen Finanzierungsmodellen bis zu Schnitt und Filmmarketing. Renommierte Profis aus der Filmbranche wie Lia van Leer, Wim Wenders und Ken Adam übernahmen die Patenschaft für diese neue Winterakademie für junge Filmemacher bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin. Verstärkung bekamen sie von Kollegen wie Stephen Frears, Anthony Minghella, Tom Tykwer, Atom Egoyan und Spike Lee, die alle zum Berlinale Talent Campus kamen, um einen Workshop zu leiten, eine Rede zu halten oder ganz einfach für ein Gespräch mit den jungen Filmemachern beim Mittagessen. Dennis Hopper sprach über Höhen und Tiefen in seinem Leben, Ken Adam unternahm mit „Talent“ eine Exkursion zur derzeitigen Ausstellung über seine Arbeit im Martin-Gropius-Bau und Nik Powell, Cédomir Kolar und Rainer Kölmel sprachen über ihre Erfahrung des Scheiterns. Weitere Gäste des Berlinale Talent Campus waren Lynn Hershman, Mike Figgis, Mathilde Bonnefoy, Jacques Delmoly, David Eggby, Mechthild Holter, Jakob Claussen, Karl Baumgartner, Ioan Allen – und viele andere. Sie alle waren neugierig darauf, was den Campus ausmacht und wie er funktioniert. Und vor allem wollten sie Teil der aufregenden neuen Atmosphäre sein, die den Campus prägte.

Nachmittags zog eine Reihe von öffentlichen Veranstaltungen täglich mehr als 1.000 Besucher an – Filmschaffende, Besucher des Festivals und die Berliner Öffentlichkeit. Sie beteiligten sich an Diskussionen, sahen sich Filme an oder besuchten die Campus Lounge mit verschiedenen Informationsständen. Hier gab es außerdem Zugang zu einer von Q~est erstellten Datenbank, die Besuchern und Teilnehmern erlaubte, die Filmausschnitte anzuschauen, die die jungen Filmemacher mit ihrer Bewerbung eingereicht hatten. Die Computerterminals erfreuten sich großer Beliebtheit – mehr als 17.500 Mal wurden die Filmproben aufgerufen, über 1.500 Nachrichten wurden über die Datenbank ausgetauscht. Zusätzlich gab es im Campus-Magazin eine CD-Rom, die Besuchern, Profis und Journalisten einen Überblick über alle Teilnehmer gab.

Zwanzig der Teilnehmer hatten während des Berlinale Talent Campus die Möglichkeit, an einem von vier Filmprojekten mitzuwirken: Der „Talent Movie of the Week”, ein einzigartiges Projekt von Berlinale Talent Campus und SONY, ermöglichte die Realisierung von insgesamt 4 digitalen Kurzfilmen mit SONY HD and DV Cams. trigger happy productions übernahm die Produktionsleitung für die vier Projekte, die Wim Wenders, Mentor des „Talent Movie of the Week”, zuvor persönlich ausgewählt hatte. Bei der Farewell Party am Freitag abend wurden die vier Filme vorgestellt und Dangle von Phil Traill aus Großbritannien wurde als „Talent Movie of the Week” ausgezeichnet.

Die Talents treten nun die Heimreise an, aber drei werden wiederkommen: als Nominees für den ersten Berlin Today Award. Alle Teilnehmer des diesjährigen Campus können sich darum bewerben, einen Kurzfilm mit Berlinbezug zu realisieren. „Mit dem Berlin Today Award schlagen wir die Brücke zum Berlinale Talent Campus 2004“, sagt Prof. Klaus Keil, Intendant der Filmboard Berlin-Brandenburg GmbH, die den Preis initiiert und gefördert hat. Das Besondere an diesem Preis: Bei der Realisierung werden die Talents von einer ausführenden Produktionsfirma und der Filmwirtschaft in Berlin-Brandenburg unterstützt. Und es stehen ihnen drei bekannte Filmregisseure als Paten zur Seite: Andreas Dresen, Esther Gronenborn und Volker Schlöndorff.

Der große Erfolg des diesjährigen Campus hat sowohl Partner wie Sponsoren begeistert und wird die Finanzierung des Berlinale Talent Campus im nächsten Jahr erleichtern, meint Projektmanagerin Christine Dorn: „Der Campus hat alle Erwartungen übertroffen und das obwohl wir nur knapp fünf Monate Zeit hatten, um ihn zu organisieren. Die zahlreichen Veranstaltungspartner und Sponsoren haben uns wunderbar unterstützt und die Stimmung war positiv und erfrischend. Nach diesem Erfolg freuen wir uns darauf, mit einem neuen – und noch immer unabhängigen – Finanzierungsplan für 2004 zu beginnen“.

Der Berlinale Talent Campus ist ein Projekt der Internationalen Filmfestspiele Berlin, in Kooperation mit Filmboard Berlin-Brandenburg GmbH, UK Film Council, MEDIA Promotion und Haus der Kulturen der Welt. Organisiert von Master School Drehbuch Berlin.

Freitag, 21. Februar 2003