Berlinale: Pressemitteilungen


Pressemitteilungen 2002

Kinderfilmfest

20.12.2001:
25. Kinderfilmfest Internationale Filmfestspiele Berlin 2002

Zur kommenden Berlinale feiert das Kinderfilmfest sein 25. Jubiläum. Renate Zylla, Leiterin des Kinderfilmfestes, ist stolz auf dieses Vierteljahrhundert internationale Kinderfilm-Geschichte. Aus Anlass des Jubiläums erscheint 2002 das Buch: “Blicke, Begegnungen, Berührungen - 25 Jahre Kinderfilmfest”. Ereignisse und Entwicklungen des bedeutendsten Kinderfilmfestival der Welt werden auf eindrucksvolle Weise geschildert, unvergessene Momente wie der Besuch von Sophia Loren oder die Eröffnung durch die chinesische Schauspielerin Gong Li sind festgehalten. 50 Filme, die das Festival geprägt haben, wie zum Beispiel Busters Verden (Busters Welt) vom dänischen Regisseur Bille August, Wrony (Krähen) aus Polen von Dorota Kædzierzawska oder Rang-E-Khoda (Die Farbe des Paradieses) von Majid Majidi aus dem Iran werden besonders hervorgehoben.

Das aktuelle Festival bietet ein facettenreiches Programm von internationalen Produktionen. Festzustellen ist, dass sich alle Filme eindeutiger als in vergangenen Jahren zu dem Publikum der 4 bis 14-jährigen bekennen. Ob Krimi, Komödie, Abenteuer, Action oder Märchen, alle sind von ergreifender Intensität und überzeugen durch hervorragende Darsteller. Regisseure aus Australien, dem Iran, Polen, Dänemark, Kanada und auch aus Deutschland zeigen sensibles Gespür für das, was Kinder empfinden.

Eröffnungs-Film ist Minoes. Diese märchenhafte, freche Inszenierung, in der Katzen einen Umweltskandal aufdecken, kommt aus den Niederlanden. Der Regisseur Vincent Bal (Man van Staal - Preisträger 2000) hat eine fantastische Welt kreiert, in der Carice van Houten als Katzen-Dame entzückt.

Eine wunderbare Überraschung ist das Debüt von Gaurav Seth, A Passage to Ottawa (Die Reise nach Ottawa). Der aus Indien stammende Regisseur zeigt durch die Augen eines Kindes, wie sich die östliche und westliche Welt berühren. Dabei stellt er die multikulturelle Gesellschaft Kanadas heraus. In metaphorischer Filmsprache erzählt er die Geschichte eines Jungen, der nach einem starken Mann für seine Mutter sucht.

Im norwegischen Film Glasskår (Einschnitte) stellt sich Lars Berg (Preisträger Kinderfilmfest 2000) den Themen erste Liebe, Verlust durch Tod und verbotene Vaterschaften. Auf behutsame Weise skizziert er den Reifeprozess eines 12-jährigen.

Ein echter Kinder-Abenteuer-Film ist Hildegarde aus Australien. Regisseurin Di Drew hat Spannung und Humor gelungen verwoben. Drei Kinder begeben sich in Gefahr, um ihre Ente Hildegarde zu retten. Tara Morice (Strictly Ballroom) spielt die allein erziehende Mutter der drei Geschwister-Kinder.

In Oliver Dommengets Film Hilfe, ich bin ein Junge! nimmt Magie auf reale Herausforderungen des Lebens verwirrenden Einfluss. In einer Vaterrolle darf man sich an Dominique Horwitz (Nachtgestalten) erfreuen. Studio Hamburg hat nach dem Erfolg von Mistkerl (Kinderfilmfest 2001) diesmal gleich in Kinoformat produziert. Renate Zylla ist froh darüber, dass auch ein deutscher Film im Programm ist, und dass obwohl in Deutschland kaum Kino-Filme für Kinder hergestellt werden.

Noch ist die Filmauswahl nicht abgeschlossen, aber es ist ein starker Wettbewerb zu erwarten, der durch die enorme Qualität der Kurzfilme bereichert wird.

20. Dezember 2001