Berlinale: Pressemitteilungen


Pressemitteilungen 2002

Wettbewerb

04.01.2002:
Erste Weltpremieren im Wettbewerb der Berlinale 2002

Mit ersten Filmen aus den USA, Asien und Europa steht zu Jahresbeginn bereits die Hälfte des Wettbewerbsprogramms der 52. Internationalen Filmfestspiele Berlin (6.-17. Februar 2002) fest. Sieben Welturaufführungen finden sich unter den ersten 14 Beiträgen. Die Auswahlsichtungen für den Wettbewerb der Berlinale 2002 dauern noch bis Ende Januar an.

Der junge US-Regisseur Wes Anderson nimmt mit The Royal Tenenbaums am Wettbewerb teil. Tragödie und Komödie vereinen sich in Andersons skurriler Familiengeschichte, in der Stars wie Gene Hackman, Anjelica Huston, Gwyneth Paltrow und Ben Stiller als illustre Familienmitglieder agieren.

Ein weiterer US-amerikanischer Wettbewerbsbeitrag ist Monster's Ball des in der Schweiz geborenen Regisseurs Marc Forster. In seinem spannenden Südstaatendrama um eine alles verändernde Liebe spielen Halle Berry, Billy Bob Thornton und Heath Ledger die Hauptrollen.

Robert Altmans englisch-amerikanisch-deutsche Ko-Produktion Gosford Park wird als Sondervorführung außer Konkurrenz gezeigt. Emily Watson, Kristin Scott-Thomas, Alan Bates und Helen Mirren spielen in dem historischen Drama um einen mysteriösen Mord auf einem englischen Landsitz in den 30er Jahren. Gosford Park ist Altmans erste Produktion in England.

Aus Asien sind bislang zwei Filme eingeladen:

Der chinesische Regisseur Zhang Yimou ist zum dritten Mal im Wettbewerbsprogramm der Berlinale vertreten. Happy Time, der außer Konkurrenz läuft, zeigt die Odyssee eines älteren Mannes auf der Suche nach Glück und Liebe. Die Hauptdarsteller sind Zhao Ben-shan und Dong Jie.

Aus Korea nimmt Na-Bbun-Nam-Ja (Bad Guy), der jüngste Film des international bekannten Regisseurs Kim Ki-duk, am Wettbewerb teil. Bad Guy schildert die fatale Begegnung zwischen einem Bandenführer im Rotlichtdistrikt und einer jungen College-Studentin, mit Cho Jae-Hyun und Seo Won.

Europas Kino ist erneut stark vertreten:

Aus Dänemark läuft die Welturaufführung Små Ulykker (Minor Mishaps) im Wettbewerb. Die junge Regisseurin Annette K. Olesen schildert die großen und kleinen Unglücksfälle einer Familie, die sich trotz aller Differenzen zusammenrauft. Ihre Hauptdarsteller sind Jorgen Kiil, Vigga Bro und Maria Würgler Rich.

Der französische Altmeister Bertrand Tavernier präsentiert Laissez-Passer im Wettbewerb. Er greift die Geschichte der deutschen Filmproduktionsfirma "Continental" auf, die während der Okkupationszeit in Paris französische Filme produzierte. Seine Protagonisten sind hin- und hergerissen zwischen der Entscheidung zum aktiven Widerstand oder zum Mitläufertum. Die Hauptrollen der tragisch-komischen Handlung spielen Jacques Gamblin, Denis Podalydès und Marie Gillain.

Lundi Matin von Otar Iosseliani läuft als Weltpremiere im Wettbewerb. Er erzählt die Geschichte eines Fabrikarbeiters in der französischen Provinz, der eines Tages aus der Routine seines Alltags und seiner Familie ausbricht und auf eine Reise geht. Jacques Bidou, Arrigo Mozzo und Anne Kravz-Tarnavsky spielen die Hauptrollen.

Mit der Weltpremiere von 8 Femmes nimmt der französische Regisseur François Ozon zum zweiten Mal am Wettbewerb der Berlinale teil. Nach dem Theaterstück von Robert Thomas inszeniert Ozon eine dramatische Komödie um die gegenseitigen Verdächtigungen und Schuldzuweisungen nach dem Mord in einer Großfamilie. Zu seinem Cast gehören die bekanntesten weiblichen Stars Frankreichs: Catherine Deneuve, Isabelle Huppert, Emmanuelle Béart, Fanny Ardant, Virginie Ledoyen, Danielle Darrieux, Ludivine Sagnier und Firmine Richard.

Eine literarische Vorlage liegt ebenfalls Constantin Costa-Gavras' Der Stellvertreter zugrunde. Nach Rolf Hochhuths aufsehenerregendem Theaterstück "Der Stellvertreter" thematisiert Costa-Gavras das Konkordat zwischen der katholischen Kirche und dem Nazi-Regime. Amen. Der Stellvertreter läuft als Weltpremiere im Wettbewerb mit Ulrich Tukur, Mathieu Kassovitz und Ulrich Mühe in den Hauptrollen.

Die moralische Frage nach Schuld und Mitläufertum im Nationalsozialismus stellt auch Istvan Szabós Drama Taking Sides (Taking Sides - der Fall Furtwängler), das außer Konkurrenz läuft. Szabo zeigt die Untersuchungen im Entnazifizierungsprozess des Dirigenten Wilhelm Furtwängler, der einerseits die Kulturpropaganda der Nazis mitgetragen hatte und andererseits Verfolgten des Regimes geholfen hatte. Harvey Keitel, Stellan Skarsgård und Moritz Bleibtreu spielen die Hauptrollen.

Aus Deutschland kommt außer dem bereits angekündigten Eröffnungsfilm Heaven von Tom Tykwer ein weiterer Wettbewerbsbeitrag als Weltpremiere: Dominik Grafs Der Felsen erzählt die Geschichte einer Frau, die nach einer schmerzlichen Trennung den Halt verliert und deren Existenz sich zu einem gefährlichen Drahtseilakt entwickelt. Karoline Eichhorn, Peter Lohmeyer und der junge Darsteller Antonio Wannek spielen die Hauptrollen.

Als Sondervorführung außer Konkurrenz läuft Wim Wenders' Dokumentarfilm Viel Passiert - Der BAP Film als Welturaufführung im Programm des Wettbewerb. Wenders entführt die Kinobesucher auf eine Zeitreise zu den wichtigsten Stationen der berühmten Kölner Rockgruppe.

4. Januar 2001