Berlinale: Pressemitteilungen


Pressemitteilungen 2002

Kinderfilmfest

18.01.2002:
Das Jubiläumsprogramm des 25. Kinderfilmfestes der 52. Berlinale 2002

Am 7. Februar 2002 wird die Schauspielerin Eva Mattes das Jubiläumsfestival um 15.00 Uhr im Zoo Palast eröffnen. Elf Spielfilme und 14 Kurzfilme konkurrieren im Wettbewerb um den Gläsernen Bären. Zu den bereits angekündigten Titeln sind sechs Spielfilme und ein Kurzspielfilm hinzugekommen. Auffallend ist die starke Präsenz Dänemarks, vertreten mit drei Produktionen:

Klatretøsen (Kletter-Ida) ist ein erstaunliches Debüt. Hans Fabian Wullenweber hat einen aufwendigen Action-Film für Kinder geschaffen, in dem er ein Mädchen mit einem außergewöhnlichen Hobby vorstellt: Freeclimbing ist die Leidenschaft der 13-jährigen Ida. Sie setzt ihren Mut und ihr Können ein, um einen Bankraub durchzuführen, in der Hoffnung mit der Beute das Leben ihres Vaters retten zu können.

Tomas Villum Jensen, der als Schauspieler aus dänischen Filmproduktionen bekannt ist, beweist mit Min søsters børn (Die Kinder meiner Schwester) sein Talent als Regisseur. Er hat aus dem Original der 60er Jahre ein vortreffliches Remake geschaffen. Es ist ihm eine warmherzige Komödie gelungen, in der Peter Gantzler, bekannt aus dem dänischen Film Italiensk for Begyndere, einen etwas unbeholfenen Kinder-Psychologen spielt.

In Send mere Slik (Send mehr Süßes) von Cæcilia Holbek Trier werden zwei verwöhnte Stadt-Gören aufs Land verschickt. Die Regisseurin skizziert eine behutsame Berührung zwischen den Generationen. Per Oscarsson (Kan du vissla Johanna, Preisträger des Kinderfilmfestes 1997) spielt den sturen Opa.

Eine Persönlichkeit von fünf Jahren übernimmt die Hauptrolle in Choori (Küken). Mit Unterstützung des Großvaters verteidigt ein kleines Mädchen sein krankes Küken. Javad Ardakani zeigt in seinem Spielfilm-Debüt souverän, welche Werte der erwachsenen Gesellschaft verlorengegangen sind. Er vermittelt atmosphärisch den Klang und die Farben iranischer Kultur.

Bei Virginia`s Run (Virginias Rennen) handelt es sich um ein spannendes Familien-Drama. Ein starkes Mädchen ist die zentrale Figur in Peter Markles Film. Virginia hilft einem Fohlen auf die Welt. Sie ist in vielen Dingen resoluter als ihre ältere Schwester und entschlossener als ihr sorgenvoller Vater (Gabriel Byrne). Ein farbenfrohes Musical ist Regína (Regina) aus Island. María Sigurdarsdóttir mischt Flamenco mit Samba-Rhythmen und traut sich schrille Gestalten auf unterhaltsame Weise auf die Leinwand zu bringen.

Ein ganz besonderer Film ist List (Der Brief) von Denijal Hasanovic aus Bosnien-Herzegowina. Mit seinem Hochschulabschluss-Film wirft der Regisseur einen intensiven Blick auf einen vergessenen Kriegsschauplatz. Ein zehnjähriges Kind hat trotz erschütternder Erfahrungen seine Hoffnung nicht verloren. Dieser Film läuft außer Konkurrenz.

Neun Animationsfilme werden in zwei Programmblöcken vorgestellt. Erfahrene Künstler dieser Kategorie wie: Dave Unwin (War Game), Lennart und Ylva-Li Gustafsson (Bulten söker en kompis), Johann Hagelbäck (Göken Ulla) und Christina Schindler (Anders-Artig) widmen sich auf fantasievolle Weise ernsten, aber auch absurden Themen.

Fünf Kurzspielfilme geben Einblick in Lebensmomente von Kindern, die in Israel, Australien, Norwegen, Belgien und Deutschland leben. Die Regisseure gewähren dem Publikum Zugang in deren Welten.

Alle Debüt-Filme der Sektion Kinderfilmfest werden auch für die Auswahl des PREMIERE First Movie Awards berücksichtigt.

Dank der Unterstützung durch den Kinder- und Familiensender Disney Channel, der erstmalig Partner des Kinderfilmfestes ist, werden mehr Kinderdarsteller aus verschiedenen Ländern die Chance haben, am Festival teilzunehmen, so z.B. der neunjährige Nabil Mehta aus den Film A Passage to Ottawa (Die Reise nach Ottawa), die elfjährige Sigurbjörg Alma Ingólfsdóttir aus Reykjavik und die fünfjährige Sara Bonyas aus Teheran.

18. Januar 2002